146 Italiänische Poesie
sen, theils in romantischer Prosa. An diesem Roman, höchst zarlund sinnvoll gedichtet, hat des Dichters Liebe zu Carmosina Boni-fazia gearbeitet. Von ihm sind auch Sonnette und Canzonen. Bernizeichnete sich zu derselben Zeit durch seine Satyren aus. Der ital.Name für diese Gattung xoesis Lernesoa beweiset wie sehr erEpoche machte. Der Cardinal Bembo, der Graf Ballhasar Castig-lione und Francesca Maria Molza sind unter den Petrarchisten die-ses Zeitalters besonderer Auszeichnung werth. Merkwürdig ist etauch wie Cadarino Domenicki i55g die vermischten Gedichte von 50edlen und tugeNdreichen Frauen herausgeben konnte. Wir nennenunter denselben nur Vittoria Colonna des Ritters Fernando d'Aca-lo, Marchcsen von-Pescara, geistreiche Gemahlin- BernardeLasso, 14g? —i56g, schrieb in hundert Gesängen, welche an7000 Stanzen enthalten, das Ritterepos Amadis. Es fand we-nig Beifall, indeß verdient er unter der Menge damaliger Nachah-mungen des Ariost's ausgehoben zu werden. Eben so gab es in die-sem Zeitraum eine große Zahl Satyriker. Von Lasso, welcher zu,nächst in der Ieitordnung folgt, dem Verfasser des befreiten Jeru-salems (s. den Art. Lasso). Gegen Anfang des i/te» Jahrhun-derts d?r gelehrte Pater Bernardino Baldi, welcher außer Sonettenund Gelogen 100 Apologen (äsopische Fabesn), in Prosa herausgab,nachdem früher weniger gelungene obschon versificirte Fabeln vonCesare Pavcsi unter dem Namen Targa und andere von GiammariaBerdizbtti herausgegeben worden waren. Von dem gleichzeitigenGuarini und seinem getreuen Schäfer s. unten. Die Güte seinerSonnette verbürgt der Name des Autors. Chiaberra (Gabriello),r5S»—1677. Von ihm mehrere epische Gedichte, Schäferspiele, al-les Nachahmungen anderer großer ital. Meister. Wenn Chiaberra,nach der Versicherung eines Litterators, voll Bewunderung für Pin-dar, der Pindar der Jtaliäner werden wollte, so ist ihm dieses,dürfen wir aus wenigen Proben urtheilen, ungefähr eben so gelun-gen, wie früher ähnliche Versuche in Deutschland gelangen. Ein sgroßes, oft uneingeschränktes Lob, dürfte feinen Liedern (caueo-reette) gebühren. Aleffandro Laffoni, 1Z65 — ,6?5, merkwürdig ^durch den Eimerraud (in Lscckia rsxirs), die vermischten Ge- ,danken (pensieri äiversi), eine Sammlung kritischer Bemerkn»- -gen, in welchen er des Aristoteles verjährtes Ansehn bestritt, und Idie tadelnden Bemerkungen über den Petrarca (oonsillersrioni so-xra il ketrurcs). Er gab hierdurch Veranlassung zu einem litterä-rischen Streit. Der Eimerraub ist ein rein komisches satyrisches Ge-dicht mit dem lebendigsten Geist in elegantester Sprache ausgearbei-tet. Es enthält den Streit der Gemeinheiten Bologna und Modcnaüber einen von erster der letzter«, geraubten Eimer. Wie, ohnedadurch der dichterischen Individualität des Ariost's zu nahe tretenzu wollen, derir 0 nische Charakter seines Gedichts, das Verlö-schen eines eigentlich poetischen Zeitalters bemerken läßt, so konntedieses rein komische Gedicht nur in seiner Zeit recht eigentlich zuHause seyn, wo in Italien wie in ganz Europa die guten altenLage der Poesie schon verloschen waren. Bracciolini (Francesco), inder Mitte des ,7ten Jahrhunderts. Sein wtedererobertes Kreuz ^(1u crooe rscguisrsru), ist eine Nachahmung des befreiten Jeru-salems. Seine epische Verspottung der Götter (äolieriw -ZeZIi vei), worin er mit dem Lassoni in der komischen Epopöewetteiferte, fand, und wol auch verdienter Weise, durchaus bei