Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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147
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Italiänische Poesie 147

dem Publikum nicht den nämlichen Beifall wie der Eimerraub. Einnichtsnutziger litterarischer Streit entspann sich übrigens, welchesder beiden Werke früher sey, in der Absicht einem oder dem andernden Ruhm der Erfindung dieser Gattung zuzusprechen. GianBattista Marine, i 56 g—162Z. Zu weitlauftig würde es seyn, dieWerke dieses fruchtbarsten Dichters aufzuzählen, welcher für Italienund zum Theil Frankreich, wohin die ital. Litteratur auf kurze Zeitvordrang, das Haupt einer schwülstigen übertreibenden Dichtcrschulewurde. Das höchste in dieser Gattung ist Marino's Ad 0 nis , einepisch romantisches Gedicht in 20 Gesängen. Elaudio Achillini, Ca-soni und Antonio Bruni heben wir als seine eifrigsten Bewundererund Nachahmer heraus. Der Graf Fulvio Testi, iZg 3 —»646, derHoraz seiner Nation-, ungefähr wie Chiabreea der Pindar derselben.Seine epischen Gedichte, der Constantin und die Eroberung Indiens(Inäis. rouguistutu) sind Fragmente geblieben. Vor mehrern Nach-tretern im Fach der komischen Epopöe des Taffoni, als Carls deDotrori, Bartolomeo Bacchoni Cesare Caporali zeichnete sich Lo-renzo Lippi aus in seiner Wiedereroberung von Malmantil. DeSMalers Salvator Rosa's Satyren, derb und bitter, sind bei derallgemeinen Nüchternbeit ital. Poesie um die Mitte des 17»» Jahr-hunderts nicht -u verschweigen. Der Aufenthalt der Königin Chri-stina in Rom und ihre Vorliebe für die antike Muse diente in demKreise von Dichtern welche sie um sich versammelte (und es ge-hörte zum Ton ihren gelehrten Hofstaat mehren zu helfe») die ma-rxistische Ercentricität durch eine nüchterne Correctheit zu verban-nen. Ihr Uebertritt in die katholische Kirche war auch Veranlas-sung, daß, wovon früher sich wenig Spuren zeigten, zum Theileine geistliche Poesie Mode ward. Besonderer Erwähnung verdientwol kein Dichter ihres Cirke s. Eine komische Epopöe, der Ricciar-dctto des Riccolo Fortinguerra, 1674—1735, in Zo Gesängen, istauszuzeichnen. Rollr, >687—1764, von dem Lieder und Oden sind,welche Lob gefunden Haben , übersetzte Milt.ons verlorenes Paradiesnebst andern Sachen aus dem Englischen, und bewirkte so zuerst ei-nige Bekanntschaft mit englischer Litteratur in Italien, währendgleichzeitig der französische Geschmack hereinzubrechen begann, derindeß besonders seinen Einfluß auf die dramatische Litteratur derJtaliäner bewies. Der ital. Parnaß wird immer entvölkerter undnur weil eben keine andere zu nennen sind, werden die nachstehendenNamen angeführt. Ein Abate Carlo Jnnoccnzio Frugoni, 1692 —1768, hat unter einer Menge poetischer Werke Sonnerte (meistenskalte Gelegenheitsstücke), und grsßtentheils scherzende Canzonettengemacht, welche man mehr rühmt als die erstern. Von SaverioMattei, im I. 1773, eine Uebersetzung der Psalmen. Die Schau-spielkunst ( 1 'nrl.s rapresentuinvs.), ein merkwürdiges Lehrgedicht <des Lodovico Niccoboni (1682 —1752), der auf einige Zeit das ital.Theater in Paris in großes Ansehen brachte. Francesco Algarotti,der französisch gebildete Lischgenoffe Friedrichs II. hat in seinen poe-tischen Episteln ganz die gefällige Leichtigkeit dieser Gattung beiden Franzosen. Den Styl der äsopischen Fabel hat nochmals derAbate Roberti nachgeahmt und mit höchster Leichtigkeit und Zierlich-keit, ja mit origineller Selbststandigkeit hat Lorenzo Pignvtti inderselben Gartung gearbeitet. Zwanzig verschiedene Mitarbeiter, un-ter denen Frugoni der berühmteste ist, haben unter dem Titel:Bertoldo, Bertoioino und Cacasenno, ein komisches ital. Volks-