Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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148. Italienisches Theater

mährchen in Stanzen erzählt. Wir übergehen mit Stillschweigen dieNamen von einer Masse ganz unbedeutender Reimer und Verse-macher. vrn.

Italiänisches Theater. Bei der durchaus subjektivenRichtung, welche die ital. Kunst schon in den frühesten Zeiten nahm,war vorauszusehn, daß sie den Forderungen welche man an drama-tische Werke macht, wenig genügen werde, und allerdings ist diedramatische Litteratur, überhaupt das ganze Theaterwesen Italiens,in einem Zustande gänzlicher Rullität. Denn das improvisirte Dramamit stehenden Masken (von welchem unter andern Artikeln, s. Im-provisatoren, Masken) verstößt der herrschende Ton, ebendarum weil es so kräftig national ist unter die Belustigungen dergemeinen Stände, und während diese für nichts Sinn haben alsfür die Ooinrneäis äel? nr'e, ist alle Liebe und Begünstigungder HLHern Elasten nur auf die Opern gerichtet (s. Oper). S«erschienen von jeher die dramatischen Hervorbringungen der Jtaliäncrals eine ihrer Litteratur wie mit Gewalt aufgedrungene Zugabe,und niemand wird es eine willkührliche Trennung nennen, wenn wirbesonders behandeln, was von der Gesammtheit der ital. Litteraturimmer gesondert war. Sie gingen von Nachahmungen der Altenaus, dergestalt, daß bis zu Angelo Poliziano (im letzten Vierteldes iSten Jahrhunderts) kein Jtaliäner eine Tragödie anders alsin lateinischer Sprache schrieb. Sein Orpheus aber ist eine Samm-lung dramatisch an einander gereihter Gedichte von lyrischer Erfin-dung und Ausführung, eine Tragödie bloß dem Namen nach." DieSophonisbe des Trissino, den antiken Mustern in allen Formen,selbst in der Beibehaltung des Chaos, möglich nachgeahmt, ist nachSachkundiger Urtheil eine geistlose pedantische Arbeit, welche mallindeß unter Leo X. 1S16 vorzüglich genug fand, um sie in Rom mitmöglichster Pracht aufzuführen. Richt nur den Rucellai (i5a5) trifftderselbe Tadel gänzlich ermangelnder Sclbstständigkcit und dichteri-scher Schöpferkraft, selbst Taffo leidet in seinem Terrismvnde (un-gefähr i5g5) an derselben Nichtigkeit, obschon einzelne Schönheitenan Tasso's sonst erworbenen Ruhm erinnern. Bei dem fortdauerndfalschen Verständnisse und der einseitigen Anwendung aristotelischerSiegeln, welche mehrere andere, nicht des Rennens werthe, ital.Tragiker ängstlich beobachteten, verdient rühmliche Erwähnung, wiejm Anfange des i/ten Jahrhunderts der Graf Prospero Buonacelliden Ehvr wegzulassen wagte, dem entgegen der Rechtsgelehrte, Vin-renzo Gravina, noch einmal den Versuch wagte, Nachahmungen desSeneca als einzig möglichen Weg zur tragischen Vollendung aufzudrin-gen. Nachdem endlich Mortello zu Anfang des Men Jahrhundertsdurch Nachahmung des Racine und Corneille das Recht hatte ergreifenwollen (er trieb die Verkehrtheit soweit im Italiänischen das Geklapperfranzösischer Alexandriner einführen zu wollen), glaubte der Littera-tor Maffio in seiner Merop« durch die That bewiesen zu haben, wieman auf einem Mittelwege und ohne Nachahmung des einen oderdes andern die Vorzüge des Seneca und des französischen Thea-ters vereinigen könnte. Bei diesem Mangel eigentlicher Tragödien,dürfen wol die ernsthaften Opern, die musikalischen Dramen desMetastasio, geb. i6g8, erwähnt werden. Ihre Gattung war schondurch die etwas früheren Bestrebungen des Apostolo Aeno für nega-tive Correctheit in den Opern, vorbereitet worden. Der Charkteri-stik so wie jedes phantastischen Schwunges gänzlich ermangelnd, de..