I§s Italiänisches Theater. Italiänische Prosa
Calderon, aber auch nur in Hinsicht der Fabel, ohne deren tiefpoe-tische Ausführung, entlehnt war, dialogisirte er nur die Hauptpar-thien, und auch diese nur in den leichtesten Werfen. In den Reben-parthien, welche eigentlich für die stehenden Masken berechnet wa-ren . begnügte er sich, nur den ungefähren Inhalt anzudeuten, dieAusführung dem impropissrcndcn Talente des Schauspielers über-lassend, Er blieb ohne Nachahmer. Erwähnen wollen wir übri-gens noch, blos wegen des Verfassers berühmten Namen, xli in-irighi ci'/l.mors von Lasso. A. W. S. sagt S. 6 g, rter Bandder dramatischen Vorlesungen: ,,Wir glauben nicht zu viel zu sa-gen, wenn wir behaupten , sowohl die dramatische Poesie, als dieSchauspielkunst, sey in Italien im tiefsten Verfalle. Es sey nochnicht einmal der Anfang zu einer Rationalbühne gemacht, auch ohneeinen gänzlichen Umschwung in den leitenden Begriffen, keine Aus-sicht dazu vorhanden," Om.
Italiänische Prosa, Wären auch nicht innere Gründevorhanden, die Geschichte der italiänischen Prosa in Masse von derGeschichte der schönen Kunst abzusondern, der Zweck des gegenwär-tigen Werks, möglichst klare Uebersicht des Wiffenswürdigsten,würde es nöthig machen. Won einigen der allerersten Anfänge ital.Prosa war bereits oben die Rede. Dante in dem Tractat lls vul-Kari sloguonti», den wir auch bereits schon oben anführten, ver-breitete sich wissenschaftlich über dieselbe. Sein prosaisches Werk(das neue Leben) die aufrichtige Geschichte seiner Liebe, hatdas unverkennbare'Bestreben, dürfen wir fremden Urtheilen überdieses wenig bekannte Werk trauen, der prosaischen Sprache dieerhabene Kraft der altrönüschen zu geben. Sein Gastmahl (derVerfasser hat in ihm den Inbegriff seiner Wiffenschaftlichkeit nie-derzulegen gesucht) wird im Styl von einem Litteralor den bessernWerken des Alterthums gleich gesetzt. Von den Novellen des Boc-eaccio wqr oben die Rede. Nie könnte aber ital. Prosa zur höchst-möglichen Ausbildung kommen. Die unglücklichen Staatsumwälzun-aen des Landes machten in späterer Zeit den vollen Enthusiasmusfür Geshichtschreivung unmöglich. Der Entwickelung der philoso-phischen Sprache standen die nämlichen Hindernisse entgegen, welchedas -Vqpsttkum Überhaupt der Philosophie entgegenstellte. Im dog-matischen Styl nennen wir nach Anleitung Eichhorns in seiner Lit-teraturgeschichte Bl. 4, folgende: Der Kardinal Bembo, gegen dieletzte Halste des röten Jahrhunderts, suchte in den asolanischcnUntersuchungen (Herrn und Damen besprechen sich hier bei Vermäh-lung der Königin von Cypern über die Freuden und Leiden derHiebe) Ciceros Sprache in den tusculanischen Untersuchungen, mither romantischen des Boccaccio zu vereinigen. Die Reinheit derDiktion wird an diesem seltsamen Werke gelobt. Dellq Casa inseinem Aaleotto (etwas spfftex), worin er Regeln des guten Betra-gens aufstellt, und Varolli (ungefähr zu derselben Zeit) in seinenpopulaxisirenden Vorlesungen über aristotelische Philosophie, habenauch das oft nur zu wenig sagende Lob der Correctheit, NiccoloMacchiavelli, vor cSass, schrieb mit höchster Klarheit und Correct-hsik, allein seine weitläufigen Perioden bewähren eine Bewunderungfür Boccaccios Prosa, welche in ihrer nicht beschränkenden Allge-meinheit offenbar mißverstehen mußte (s. Macchiavelli). GenanntWird noch Grqyina (1718) ; von ihm einige ästhetische Abhandlungen,und Mqffei, im Anfange des igten Jahrhunderts. Algarotti (17I7)