Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
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iz? Italiänische Prosa Italiänische Kunst

slorentiisifchen Republik, welche mit der höchsten Eleganz der Sprachedie klarste Darstellung verbindet, s. Macchiavelli. Die nächste Stellenach ihm nimmt A ucciardini ein, welcher in 20 Büchern die Ge-schichte <taliens in den denkwürdigen Jah>en 1449 — r 55 > erzählt.Bewbo's lat. geschriebene Geschickte von Venedig leidet an einem ein-seitigen Streben nach altrömischer Sprachrcinheit, das wiederumauf die von ihm selbst gefertigte ital. Ueberfetzung nicht den gün-stigsten Einfluß gehabt hat. Abriani setzte auf Verlangen desHerzogs Cosinus des ersten von Floren; in 22.Büchern die Geschichtedes Guicciardjni fort. Aus dem Anfange des 17t?!, Jahrhundertsund den folgenden Zeiten nennen wir Paolo Sarpi's Geschichte dertridentinischen Kirchenversammlung; hierin der erste kirchengeschi ht-liche Pragmatismus; ferner Ar.iqo Catarino Davila's Geschichteder bürgerlich n Kriege in Frankreich, so wie des Cardinals Benti-voqlio Geschichte des flandrischen Krieges. Battista Ram's Ge-schichte von Venedig umfaßt den Zeitraum von 16G bis 167Z, läßtaber in Hinsicht der historischen Kunst fast noch alles zu wünschenübrig. Denina's Geschichte der Revolutionen in Italien (1769) istunendlich übertreffen worden durch Dismondis ganz neuerliche un-vergleichbar treffliche Ge'chichte der ital. Republiken im Mittelalter,von der nur zu bedauern ist, daß der Verfasser das Französische derSprache seines Volkes vorgezogen hat. Von ästhetischen Merkenhaben wir nur äußerst wenige zu nennen, als da sind: Crescem-binis, des Arcadiers, G schichte der ital Poesie; Gravina, zu An-fange des igten Jahrhunderts, von dem Wesen der Poesie; Mura-tori, von der vollkommenen ital. Poesie; Arteaga's, des Spaniers,ital. geschriebene Geschichte der t per. Den Beschluß machen wirmit Tirabos.hi's Geschichte der ital. Litteratur. Dm.

utalianisbe Kunst. Einen vollkommenen Gegensatz zu dentheatralischen Producten der Jraliäner geben die bildenden .Künstebei denselben, Mahlerei und Bildhauerei. In ihnen sprach sich aufder einen Seite die feurigste Phantasie, üppige Lebenslust und Stre-ben »ach dem Plastischen auf das deutlichste aus, zugleich aber auch,auf der andern Seite, die tiefste Religiosität und Frömmigkeit. Waszwischen beiden Ertremen inne liegt, ist den Jtaliänern selten , fastnie, gelungen. Bildhauerei hat in Italien nie so einheimisch wer-den und io hoch steigen können, als die Mahlerei. Die unüvertreff-lichen Muster der Antike verdunkelten im voraus alle spätern Be-streb .ngcn in dieser Gattung. Die Muster ital. Mahlerei werdendagegen ewig unerreichbar bleiben. Die Anfange dieser Kunst wur-den zuerst im zwölften Jahrhundert auf it >l. Boden verpflanzt durchgriechische Meister, welche zu Ausschmückung des Doms in Venedig,später des Batistecii der Kirche St. Maria Novells u. a. in., nachFlorenz berufen wurden. Von ihnen lernte der Florentiner Tast(im iZten Jahrhundert), späterhin Guido und Buffalmacco vonSiena, Giunta von Pisa und Margherittone von Arezzo, derenWerke in ihren Geburtsortern und andern Städten zum Lheil nochvorhanden sind. Ihnen folgte Cimabue, gleichfalls ein Florentiner,und der eigentliche Wiederherstellet der Mahlerei und Vorläuferder ganzen neuen Kunst. Seine Werke, durch richtigere Proportio-nen und Haltung, durch Lebendigkeit und Ausdruck über alle frü-her.» sich erhebend, wurden von den Zeitgenossen als Wunder an-gestaunt. Giotto, sein Schüler, und Freund des Dante, verbandmit den Vorzügen seines Lehrers eine bisher unbekannte Grazie und