Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Italiänische Kunst rzz

Lieblichkeit, und noch richtigere Zeichnung. Benedikt XI. berief ihn,als den trefflichsten Künstler damaliger Zeit, zu Verzierung der Pe-terskirchc nach Rom. Aber erst Maffacc.o (c. 1440) näherte die Kunstdurch noch größere Vorzüge, welche er in seinen Werken gab, ihrervölligen Reife. Seine Köpfe haben schon bestimmten, tiefen Cha-rakter, Sicht und Schatten sind besser vertheilt, und so Haltung indie Gemählde gebracht. Rühmliche Erwähnung verdienen neben ibm rDomenico von Venedig, Bittore Pisanello, Francesco Squarcione,besonders Andrea Mantegna, Lehrer des Correggio, und andere betden einzelnen Schulen zu nennende. Und nun brach auf einmal mitzRafael, Michel Angela, Tizian und Correggio der helle Mittags-,glänz der Kunst herein, der aber nicht lange dauernd, bald wiederzur Abenddämmerung Herabsinken sollte. Reiche, prachtliebende undverständige -nrsten wirkten, dem äußern Schein nach, zu dieser plötz-lichen Revolution am meisten; andere, tiefer in der Geschichte derital. Staaten und der Menschenbildung liegende Ursachen, können ausMangel an Raum nicht dargestellt werden. Erst von dieser Zeit anzerfällt die ital. Kunst in vier verschiedene Haup zweige, oder Schu-len, die eine besondere Betrachtung verdienen, nämlich in die römi-sche, florcntinische, venetianisshe und wmbardische Schule. — Die rö-mische Schule rechnet unter ihre Stifter schon den MignatürmahlerOderigi (f- iZoo), welcher die Handschriften mit kleinen Gemähldenzierte, ferner die etwas spätern Guido Palmerucct, Pietro Cavallini(c. i55o), Gentile Fabriano, Fra Carnevale, Bened. Bonfigli. Al-lein richtig gegründet wurde sie durch Pietro Perugino (geb. 1446).Seine Gemählde haben schon einen hohen Grad der Vollkommen-heit, und bilden den Uebergang zu Rafael, dessen früheste Werkefast mit denen seines Lehrmeisters zu verwechseln sind. Allein Ra-faels von Urbino Geist (148? ch 1Z-0) überflügelte schnell den sei-nes Lehrers, und zeigte sich bald (schon tm Listen Jahre) in seinerimmer noch unerreichten Größe in den Gemählden der vaticanischenStanzen (besonders der Schule von Athen und dem Brand des Bor-gs), in den Logen oder der Bibel, im Leben der Psyche im farnesr-schen Pallast, in seiner Cecilie, jetzt in Paris, in seinen heiligenFamilien, besonders der Madonna della Sedia (jetzt ebenfalls inParis), und der auf der dresdener Gallerte, endlich aber im höchstenSchwünge, in seiner Verklärung (jetzt ebenfalls in Paris). Weitunter ihm blieben seine Mitschüler in Perugino's Schule zurück,Penturicolico, Sinibaldo von Perugia, Andrea Luigi u. a. UnterRafael bildeten sich viele vortreffliche Künstler: Giulio Roman»(j- 1646), Franc. Penni il Fattore (si i5r8), welche seine Erbenwurden, Giovanni da Udine, besonders wegen der Arabesken umRafaels Bilder im Vaticane merkwürdig; Pierino del Vaga, Ba-gnacavallo, Polidoro da Caravagio, Meister in der Kunst grau inGrau zu mahlen; Benvenuto Garofalo u. a. Nach ihnen arteteaber die römische Schule in Manier und bloße Nachahmung aus,und nur durch Federigo Barocci (st 1612), der mit den Vorzügender römischen Schule des Correggio Anmuth zu vereinigen suchte,nebst seinen Schülern Francesco Banni, Pellegrini und Gebrüdernstucheri, wurde ein neues Leben in diese Kunst gebracht. Nach demTode des feurigen Arpino ist 1640) und Domenico Febi, wurde dieAusartung des Geschmackes in der Mahlerei immer sichtbarer, undbekam durch das Emporkommen der Bambocciaden des Peter Laar,il Bamboccio, und feinen Nachfolger Michel Angela da Caravagio