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Italiänische Kunst
(i 65 o), eine ganz falsche Richtung, welche gewiß ei« gänzliches Ber-derbniß der wahren Kunst zur Folge gehabt hätte, wenn nicht Andr.Sacchi (st 1661), berühmt durch seinen heiligen Romouald, undseine Anhänger, Lauri, Carls Maratti (ch 17c?) u. a. den bessernGeschmack wieder aufgeholfen hätten. So blieb denn in den Arbei-ten der Schüler des letztern, Bexettoni, Caroselli, Ciro, Ferri,Francesco Romanelli, wenigstens ein Schein von der ehemaligenGröße der römischen Schule, aus welcher nach dem Tode des Bat-toni (st 1787), und unsers berühmten, in Rom gebildeten Land-manns Mengs (st 1779), keine bedeutende Männer hervorgegangensind. Der ausgezeichnete Charakter und Vorzug der römischen Schulebestand stets, mehr oder minder, in Schönheit, Adel und Anmuthder Zeichnung, Einfachheit und Wurde der Komposition, Charakterin den Köpfen und Gebehrden, und Richtigkeit des Ausdrucks.Hierin hat keine andere Schule die römische erreicht. — Der flo-renti Nischen Schule erste Stifter waren schon die zum Theil ab-gedachten: Tast, Simone, Memmi, Orcagna, Andr. Berocchio,Giov. da Fiesole, Massolino da Panicale, Masaccio und Dom.Ghirlanhajo (geb rq. 5 i), Lehrer des großen Michel Angelo- derenWerke in Florenz, im Campo santo zu Pisa u. s. w. stets merk-würdig bleiben. Der als Dichter, Baumeister, Mechaniker und Mu-siker, so wie als Mahler gleich merkwürdige Leonardo da Vinci(,444 — i 5 ig) erreichte in seinem Abendmahl im Refectorio derDominikaner zu Mailand, und andern trefflichen Arbeiten, schonbeinahe das Höchste der Kunst, und seine Schüler, Luini, Fra Bar-tolomeo (geb, 1469), ein Freund des Rafael und Andrea del Sarto(st 1SZ0) gingen mit Glück auf der gebrochenen Bahn weiter, Docherst dem Michel Angelo Bnonaroti (1474 — 1664) war es vorbe-halten, auf einem ganz andern Wege, als Rafael, nämlich durchFeuer und Kühnheit der Komposition, welche oft an das Riesenmä-ßige gränzt, durch gründliches Studium der Anatomie, die sich inder bis in das Detail gehenden Zeichnung, in den kühnen Wendun-gen und Verkürzungen ausspricht, das Höchste der Kunst in seinerArt zu erreichen. Seine sixtinische Capelle, besonders das jüngsteGericht, werden ewig bewundernswürdig bleiben. Gleich groß warer als Bildhauer und Baumeister. Seine Schüler und NachahmerFr. Primaticcio, Roffo, Niccolo dell' Abate, welche viel in Frank-reich arbeiteten, der große Porträtmahler Angelo Bronzino, Al.Allori, Daniel da Volterra, dessen Kreuzabnahme für die KapelleLrinita de Monti in Rom seinen Ruhm immer bewähren wird,und Giorgio Balarj (st , als Schriftsteller für ital. Mahlereiso achtbar, haben ungeachtet ihrer vielen Verdienste, dennoch derKunst mehr geschadet als genutzt, weil sie den Grund zu der vonnun an unwiderstehlich einreihenden Manier legt, welche das Verder-ben der florent. Schule herbeiführte. Beweis dessen sind: Lod. Ci-goli, Gregorio Pagano, Sorri, Gentileschi, Mannozzi, Franceschiniil Boltcrrgno und Carls Dolce. Alle tragen mehr oder wenigerden eigentlichen Charakter der florent. Schule an sich, Boxtrefflich-keit in der Zeichnung, auf Studium der Anatomie gegründet, oftaber in Uebertreibung ausartendes Feuer und Größe der Cowposi-tion, welche nicht selten aller Anmuth ermangelt. Dies letztere istbesonders der Fall bei Pietro da Cortona (st 166g). Mit Gimigna-«i, Baldi, Pietro Testa, Gabbiani, Lutti (1700) ist eigentlich dieseSchule ausgestorben, da, was die noch Neueren leisteten, ohne Bc-