Zod.
acob, Zsaaks Sohn ünb Abrahams Enkel, ist als der letzteunter den Patriarchen und als der ächte Stammvater der Judenmerkwürdig. Schon im Mutterleibe uneinig mit seinem erstgcbor-nen Iwillingsbruder Esau, hielt er bei der Geburt dessen Ferse,daher sein Name Jacob (Fersenhaltcr, der dem andern ein Beinunterschlägt). Verzärtelt durch die Vorliebe seiner Mutter, häuslichund weich mochte er sich überhaupt der Vortheile des Lebens lieberdurch List, als mit männlichem Trotz bemächtigen. Er ersieht alsJüngling die Gelegenheit, seinem Bruder, da er eben hungrig vonder Jagd kam, das wichtige Recht der Erstgeburt für ein Linsen-gericht abzuhandeln und auf Anstiften der Mutter den ersten Segen,an dem das Erbe der herrlichen Verheiffung Abrahams hing unterder Maske Esau's von dem blinden und schwachen Jsaak zu erschlei-chen. Dem Jörne des gekränkten Bruders muß er nun entfliehenund auf dem Wege zu Laban, dem Bruder seiner Mutter, wird ihmdie erste Bestätigung, daß das Erbe jener göttlichen Verheiffungauf ihn übergegangen sey. Er sieht im Traume eine bis in denHimmel reichende Leiter, auf deren Sprossen Engel auf- und ab-steigen und über der der schützende Gott seines Stammes, den ersich außer Jsaaks Jetten nicht nahe geglaubt, ihm verkündigt, derLegen Abrahams ruhe auf ihm. Seit dieser Vision hätt er denGlauben, daß Jehova ihn schütze und zum Stammvater eines großenVolkes auscrsehen habe, fest. Dieser Glaube und die Liebe, dieLabans Tochter Rahel ihm eingeflößt, ist nun seine Stütze wäh-rend der beschwerlichen Jahre, die er bei den Heerden, dieses Oheimsum die Geliebte dienen muß. Denn nachdem er sich schon für diesenLohn zu sieben Dicnstjahren verpflichtet hat, erkennt er in der ver-schleierten Braut, die ihm zugeführt wird, die ungeliebte Lea, diealtere Schwester der Rahel und muß um diese dazu zu erhalten nocheinmal sieben Jahre dienen. Außer diesen 14 Jahren dient er nochsechs um eine Heerde, die er sein nennen will, und indem er dabeiseinem Schwiegervater auf eine sehr sinnreiche Art (1 Mos. 3 c>,27 — 43) Betrug mit Betrug vergilt, erwirbt er ein beträchtlichesEigenthum, mit dem er sammt Weibern und Kindern entflieht.Laban setzt ihm nach, und kaum hat er diesen beschwichtiget, so mußer auf dery Wege nach der 20 Jahr entbehrten Heimath wieder dasbegegnende Heer der Knechte Esaus fürchten. In dieser Angst suchter Hülfe im Gebet, und die Nacht hindurch ringt ein Mann mit ihmbis die Morgenröthe anbricht. Jacob geht als Sieger, doch mitgelähmter Hüfte, aus dem Kampfe und wird von seinem Schuhgott,den er in diesem Kämpfer erkennt, zum ewigen Gedächtniß Israeld. h. Held Gottes genannt. Israel wird nun der Ehrenname sei-nes ganzen Hauses und die Zudem heißen nach ihm Jsraeliten.Ob er diesen Namen nun durch die Stärke seines Vertrauens imnächtlichen Gebet verdiente und sein Sieg nur die göttliche Erhörungwar, oder welche Deutung man dieser seltsamen Kampsgeschichte sonst«nterlegen mag, Jacob ging als ein Israel d. h. muthiger und