Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Jacob Jacob I. i6i

zieht und rührt. Unerweislich scheint aber die Meinung einigerNeuern, daß die Geschichte Jacobs mythisch und der vielgeprüftePatriarch nicht einmal eine historische Person, sondern eutw.der derränkevolle Kronos, oder der gewandte Hermes oder gar der hinkendeHephästos der vorderasiatischen Mythe und die Iaht seiner Söhnenur ein Symbol der 12 Monate des Svnnenjahrcs sey. Die Erzäh-lung , die die heil. Urkunde von dem Leben dieses Patriarchen giebt,trägt zu sehr das Gepräge einfacher Ratvrwahrheit und hängt zugenau mir der unbestrittenen späteren Geschichte und Verfassung desjüdischen Volks zusammen, als daß sie nicht schon auf festem histo-rischen Boden stehen sollte. Und wenn die Mythen des Alterthumsim Laufe der Zeit ihre Bedeutung verloren, so mußte die GesichteJacobs um so mehr an Bedeutung und Wichtigkeit gewinnen , jeherrlicher sich der in ihr sichtbare Gang einer weisen und vergelten-den Vorsehung, den die dichterische Einkleidung der Gespräche desfrommen Patriarchen mit Gott kcineswegcs verdächtig macht, durchdie spatere Leitung seines Volks und durch das Christenthum selbstentwickelt und gerechtfertigt hat. L.

Jacob l. von England (als König von Schottland Jacob Vl.),ein Sohn Heinrich Stuarts und der unglücklichen Marie, ward i566geboren. Marie war im vierten Monate schwanger mit ihm, alsder bekannte Rizzio vor ihren Augen erstochen wurde. Daher sollJacob wahrend seines ganzen Lebens vor einem bloßen Degen gezit-tert haben, so viele Mühe er sich auch gegeben, diese natürlicheSchwäche zu besiegen. Nach dem Tode Elisabeths, die seine Mutterhatte hinrichten und ihn selbst zu ihrem Nachfolger erwählen lassen,bestieg er i6a3 den englischen Thron und vereinigte also Schottland,Jrrland und England mit einander. Er begann seine Regierungmit einem Edicte, durch welches alle katholische Priester aus demReiche verbannt wurden. Eine Verschwörung gegen das Leben desKönigs, der Familie desselben und der Vornehmsten des Reichs wareine Folge davon; 36 Fässer mit Pulver sollten das Gebäude, inwelchem der König und das Parlament sich zu versammeln pflegten,in die Luft sprengen. Ein anonymer Brief, in welchem einer derVerschworn«! seinen Freund von dem Besuche der Versammlung ab-rieth, gab Veranlassung zur Entdeckung dieser Verschwörung. Manfand die nässer und daneben einen Mann, der damit beauftragt war,wenige Stunden nachher die Fässer anzuzünden. Nun legte Jacob I.den Katholiken den berühmten Eid auf, vermöge welches sie schwö-ren mußten, dem Könige zu gehorchen und gegen die Macht desPapstes, Könige abzusetzen und. die Unterthanen derselben ihrerPflicht gegen diese zu entbinden, zu protestiren. Ob nun gleich seinehierauf folgende Regierung sich durch, einen 22 jährigen Frieden aus-zeichnete, in welchem der Handel blühte und das Volk im Ueberflußlebte; so wollte doch die Jnconsequenz des Zeitalters, daß ebendiese Regierung sowol im Lande selbst, als bei den auswärtigen Na-tionen, verächtlich betrachtet wurde. Man gab Jacob Schuld, daßer, als die vornehmste Stütze des Protestantismus, in Europa, indem böhmischen Kriege nichts zu dessen Aufrechthaltung gethan, viel-mehr seinen Schwiegersohn, den Churfürsten von der Pfalz, verlas-sen, überhaupt diplomatisch unterhandelt hätte , wo er mit demSchwerte in der Hand hätte streiten müssen; daß er von den Höfen zuWien und Madrid gleich sehr betrogen worden sey, und berühmteGesandten gesandt habe, wo er hätte Verbündete suchen sollen.- In-Eonv. L-x. M. Anst.) V. 11