,l62 Jacob I. Jacob III.
dessen würden diese Vorwürfe- die ihm immer nur noch von außenher gemacht wurden, nichts von seinem Credite im Innern entrissenhaben, wenn er diesen nicht selbst und unmittelbar durch die Herrsch-sucht zu schwächen begonnen hätte, mit welcher er das Parlament in»iner steten Abhängigkeit von sich erhalten wollte. Dieses widersetztesich- und nun entstanden 1621 die beiden Parteien der T 0 r y s,welche für den König, und der Wighs, welche für das Volk strit-ten. Jacob l. starb am 8. April i6rS und hinterließ den Ruf einesmehr indolenten, als friedfertigen , eines mehr schwachen, als gutenFürsten. Doch kann man ihm wahrhafte Herzensgüte, Kenntnisse,Gelehrsamkeit und Staatsklugheit durchaus nicht absprechen. Er ge-fiel sich als öffentlicher Redner - zog aber durch den Pcdantismus,mit welchem er redete, oft bittre Kritiken auf sich- Er war frei-gebig bis zur Verschwendung. Einer seiner Lieblinge sah einstens«ine Last Geldes in den königlichen Schatz tragen und äußerte gegenseinen Nachbar, daß ihn der Besitz dieses Geldes sehr glücklich ma-chen würde. Der König - welcher dies hörte - ließ dem Günstlingeauf der Stelle die ganze Summe schenken. Diese Freigebigkeit setzteihn aber oft selbst in die größte Verlegenheit. Als er eines Tagesspazieren fuhr, ward er mitten in den Straßen von London wegen5c> tzouisd'or, welche der Hofsattter zu fordern hatte - von Gerichts-dienern arretirt.-Seine Leibwache wollte diese in die Flucht schlagen;er aber verbot es, bezahlte die Summe und sagte: ,,Wer Gesetzegibt, muß sie auch am ersten beobachten." Ucbrigens fing, wie schonoben gesagt, das Reich unter seiner Regierung zu blühe« an: engli-sche Kolonien entstanden in Amerika; der Ackerbau machte die größ-ten Fortschritte, Künste und Wissenschaften bildeten den Geist derEngländer und verschönerten das gesellschaftliche Leben derselben.Jacob war der erste, der sich den Titel König von Gr 0 ßbti -tanieu beilegte. Am gerechtesten scheint man ihm seine blindeLiebe gegen verächtliche Günstlinge, unter denen insbesondere der be-rüchtigte Herzog von Buckingham (s. d. Art.) sich auszeichnete, zumBorwurfe machen zu können. Sein Sohn, Carl I - folgte ihm inder Regierung, und seine Tochter Elisabeth ward an Friedrich V,Ehurfürsten von der Pfalz, verheirathet- Die Nachkommenschaftaus dieser Ehe bestieg in der Folge den Thron von England. Unterden litterarischen Werken, welche wir von Jacob I. haben und wel-che 1619 in einem Foliobande zu London herausgekommen sind, nen-.nen wir als die merkwürdigsten: Lssftiüon ckorvn (das könig-liche Geschenk), worin er zum Besten seines Sohnes Heinrich,der früh verstarb, vortreffliche Grundsätze zum Unterrichte der Kö-nige entwickelt. Dies Werk ward drei - oder viermal in lateinischerSprache, und dann auch in der französischen Uebersetzung verschie-dene Male aufgelegt; und sein spaßhaftes Werk gegenden Mißbrauch des Tabaks, in welchem er die Gründe, dieman damals für den Gebrauch, desselben angeführt hatte, zu wider-legen strebt.
Jacob II, s. d. folg. Artikel.
Jacob III. (auch. Ritter St. George genannt), war dervermeinte oder wirkliche Sohn Jacob II. von England. Dieser.hatte, theilss^hurch die wenige Achtung, die er für die Rechte derNation und für die Grundsätze der englischen Verfassung bezeigte,theils auch durch seinen fanatischen Eifer,, mit welchem er die katho-lische Kirche wieder einzusetzen strebte, den größten Theil seiner Un-