Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Jacob III. 16z

terthane» unversöhnlich gegen sich aufgebracht. Um sich gegen dieFolgen dieser unüberlegten Schritte zu sichern, hatte er sogar in derNahe von London ein Heer von irländischen und schottlandischenTruppen zusammengezogen und dadurch das Schrecken und die Be-strgniß des Volts noch mehr vergrößert. Dieses wurde nun voneinem unauslöschlichen Haffe gegen einen Monarchen, der das Theuer-ste, was es hatte, die protestantische Religion nämlich, unter dieFüße treten wollte, und von Empörung entflammt. Dabei wardem Volke aber stets noch der Trost geblieben, daß der König kei-nen Sohn hatte und er selbst schon bejahrt und seine Gemahlinkränklich, es also gar nicht wahrscheinlich war, daß demselben nochein Thronerbe geboren werden würde. Seine beiden.Töchter, inder protestantischen Religion erzogen und an derselben fest hängend,Mußten denn die Regierung erben und das Volk war zufrieden.Run aber erscholl im Jahre >687 auf einmal das Gerücht, die Kö-nigin sei schwanger: so groß die Freude und so laut der Jubelder katholischen Priester, der Höflinge und aller Popisten über diesEreigniß war, so groß war der Schrecken der Protestanten und derArgwohn, welcher sich damit verknüpfte. Selbst die Katholikenhatten bis dahin an der Möglichkeit gezweifelt, daß die KöniginNoch einmal gebühren würde und deshalb den Tod derselben gewünscht;jetzt aber ward die Sage von einer Prophezeiung eines Prinzenund von einer Wunderwirkung der Mutter Gottes verbreitet- So-mit bedurfte es nur noch .des Haffes der Protestanten gegen die Ka-tholiken , um den Verdacht entstehen zu lassen, als sie die Schwan-gerschaft der Königin erdichtet. Um diesen Verdacht zu vermehren,kam noch das Bestreben des Hofes, alle fremde Personen aus derUmgebung der Königin zu entfernen und niemanden durch den Au-genschein sich von der wirklichen Schwangerschaft derselben überzeu-gen zu lassen, als ein unleugbarer Beweis hinzu, die Schwanger-schaft der Königin sey erdichtet. Am 10. Jan. 1688 erfolgte endlichunter dem Donner der Kanonen die Niederkunft der Königin, unddem Volke ward durch eine königliche Proclamation kund gethan,daß der Himmel das Land mit einem Thronerben gesegnet habe.Es ist hier nicht der Ort, die Beweise für und gegen die Lechtheitder Geburt desselben anzuführen, noch welliger, sie widerlegen oderbekräftigen zu wollen: nur so viel sey hier angemerkt, daß dasWoik an keine Entbindung der Königin von einem Prinzen glaubteund dies laut und öffentlich verkündigte. Die Protestanten schloffensich nun immer enger und zahlreicher an den Prinzen von Dramen,dem Schwiegersohn des Königs, an, und noch war der Prinz vonWales kein halbes Jahr alt, als jener bereits, auf den Ruf derNation, in England landete und seinen Schwiegervater und Schwa-ger vom Throne stieß. Jacob II. entfloh mit seiner ganzen Familieam Lr. Dcc. ik88 nach Frankreich, wo er von Ludwig XIV. sehrfreundschaftlich aufgenommen und ihm das Lustschloß St. GermainM Residenz eingeräumt wurde. Bon dort aus unterhielt der Königeine stete Verbindung mit seinen Anhängern in Schottland undIrland, mit deren Hülfe er mehrere Versuche machte, den Verlor-nen Thron wieder zu erlangen. Im Jahr 1692 ward Jacob II. Ge-mahlin abermals schwanger und gebar, allen bewußt und von nie-manden in Zweifel gezogen, eine Tochter, wodurch wenigstens dieFähigkeit der Königin, gesunde Kinder zur Welt zu bringen, be-wiesen wurde. Jacob U. starb 1701, und nun ward der sogenannte