Jacob HI. 165
«uch 1714 die Königin Anna, ohne die etwanigen günstigen Gesin-nungen , die sie für den Prätendenten hegte, durch die That undöffentlich zu bewähren. Nichtsdestoweniger war immer noch, sowolin Schottland, als selbst in England, die Part« der Torys, welcheman damals Jacobiten nannte, wider den neuen König Georg undfür den Prätendenten. Da nun auch zwischen Frankreich und demneuen Könige von England abermalige Mißhelligkciten ausgebrochenwaren; so schien dem Prätendenten ein neuer Glücksstern zu lächeln,der aber bei dem im Jahr r/iL erfolgten Tode Ludwigs XIV. wie-der erlosch. Doch zeigte sich in Schottland, wo er feierlich zum Kö-nige ausgerufen wurde, die Stimmung günstiger als je für ihn,und dies bewog, im Jahr 1716 eine abermalige Expedition dahinzu unternehmen und wirklich daselbst zu landen. Während der Zeitwaren aber die schottischen Aufrührer von den königlichen Truppenvöllig geschlagen worden, und der Prätendent sah sich zum zweiten-mal^ genöthigt, Schottland zu verlassen und nach Frankreich zurück-zukehren. Bon nun an erregte sein Schicksal mehr Spott, als Mit-leid und Unterstützung, und er sah sich von allen seinen Freunden,auch selbst von Frankreich, «erlassen. Dies versagte ihm den fernernAufenthalt daselbst, und er war gezwungen bei dem Papste Hülfezu suchen, der ihm und seinem zahlreichen Gefolge anfangs in Avig-non Schutz und Unterstützung gab, ihn aber dann nach Italien kom-men ließ. Hier ward er überall wie ein regierender König Mit dengrößten Ehrenbezeigungen aufgenommen. Während dieser Zeit hatteJacobs Anhang in England und Schottland noch einmal sein Haupterhoben und diesem neue Hoffnung zum Besitze der englischen Kronegemacht. Spanien, welches mit England zerfallen war, trat seinenEntwürfen bei und lud den Prätendenten ein, schleunig nach Ma-drid zu kommen. Dieser säumte nicht, der Einladung zu folgen undreiste am 8. Febr. 1719 dahin ab. Um aber den Engländern nichtin die Hände zu fallen, ließ er, wahrend er selbst zu Nettino aufeinem spanischen Schiffe unter Segel ging, absichtlich das Gerächtverbreiten, als reise er zu Lande über Bologna und Mailand nachSpanien. Dies hatte den Erfolg, daß zwei seiner Hofleute, diejenen Weg wirklich genommen hatten, von den Oestreichern angehal-ten wurden, worauf sich in ganz Europa das Gerücht verbreitete,man habe den Prätendenten gefangen genommen und nach Mailandgebracht. Indessen war dieser glücklich durch die englischen Schiffehindurch gesegelt und am 26. März glücklich in Madrid angekommen.Sein Empfang am dortigen Hofe war der ehrenvollste, der einemwirklichen Könige zu Theil werden konnte. Schon vor seiner An-kunft in Spanien war eine neue Expedition gegen England unterSegel gegangen, aber vom Sturme zerstreut und genöthigt, in Ca-dir einen Zufluchtsort zu suchen. Nachdem diese abermalige Unter-nehmung gescheitert war, bekümmerte man sich auch nun nicht wei-ter um den Prätendenten, der in Spott und Verachtung sank undzufrieden seyn mußte, daß man ihn von dort heimlich entwischenließ. Am rg. August landete er wieder zu Livorno, und von nun anbegann sein Leben in Vergessenheit zu sinken und von niemanden be-merkt zu werden. Dennoch faßte er im Jahr 1727 nach dem TodeGeorg I. den Entschluß, noch einmal sein Glück zu versuchen, unsreiste, vom Papste unterstützt, nach Genua ab, um sich von dortnach England zu begeben. Wie es ihm jedoch auf dieser Reise ge-Sangen, ist nicht bekannt worden- wir finden ihn in her Folge zu