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genau so gegangen, und die jetzige Herausgabe seiner sämmtlichenWerke gibt vielleicht Gelegenheit, diese Läuterung zu beschleunigen.Wie das Endurtheil über seine Philosophie im Ganzen aber auchausfallen möge, sein Rang unter den edelsten Wahrheitsforschernbleibt Jacobi gewiß, und manche tiefgefundnen Schätze, die er zuTage förderte, gehören zu dem reinsten Gewinn für das Wahreund Gute. äck.
Jacobi (Joh. Georg). Dieser liebliche, anmuthsvolle deutscheDichter wurde den 2. Sept. 1740 zu Düsseldorf geboren. Um Theo-logie zu studiren, begab er sich 17S8 nach Göttingen, von da aber,durch die Kriegsunruhen vertrieben, nach Helmstadt. Nach einemJahre ging er aber nach Göttingen zurück, um seine akademischenStudien zu beendigen. Klotz, mit dem er hier in freundschaftlicheVerhältnisse gekommen, war nach Halle berufen worden, und ver-schaffte auch Jacobi den Ruf dahin als Professor der Philosophieund Beredsamkeit. In Halle wurde Jacobi mit Gleim bekannt,und diese Bekanntschaft war entscheidend für sein ganzes Lebest;denn Gleim war es, der das Dichtergefühl vorzüglich in ihm her-vorrief und nährte, da der Umgang mit Klotz ihn beinahe zumbloßen Philologen und Critiker gemacht hätte. Ob Jacobi's Lebendann so glücklich und harmonisch geworden wäre, als es gewordenist, mag uns sein eigenes Geständniß sagen: ,,Mit Hülfe der Mu-sen, sagt er, schuf ich mir eine Welt, so reich an Genuß, daß ichdasjenige, was sonst am ängstlichsten gesucht, am schwersten gefun-den ward, nicht bedarf, es nicht einmal zu gebrauchen weiß. Indieser meiner Welt kann es mir nicht einfallen, nach sogenanntengroßen Dingen zu streben, weil sie mir klein erscheinen, da hinge-gen mancher kleine Gegenstand, den die mehrstcn kaum einesflüchtigen Blickes würdigen, sich in meinen Augen veredelt und michfesthält; und wie oft haben Dichterphantasien und die zu ihnen sichgesellende sorgenfreie Laune mir die rauhsten Wege geebnet!'' Mansteht aus diesem Selbstgeständniß zugleich, daß, wenn irgend einer,Jacobi für Gleim geschaffen war , und in der That nannte manJacobi und Gleim bald stets zusammen wie Dämon und Pythias.Gleim unterließ nichts, seinem Freunde jene sorgenlose Muse zu ver-schaffen, ohne welche die Bildung des Schönen nicht gedeihen kann,und es gelang ihm, demselben 1769 eine Präbende am St. Bonifa-cius- und Mauritiusftifte zu Haiberstadt zu verschaffen. Vereintwirkten nun beide, die Ehre unserer poetischen Licteratur befördernzu helfen. Unter Gleims Einfluß gab Jacobi seine Iris heraus(*774^ 76, 3 Ländchen), eine Zeitschrift für das schöne Geschlecht,die zu der Bildung desselben gewiß erfreulich gewirkt hat. Zwarhat man an Jacobi nicht ganz mit Unrecht den Vorwarf von Süß-lichkeit, einiger überflüßiger Breite und Empfindet« gemacht: alleinwer mag dann auch Zartheit des Gedankens, Feinheit des Gefühls,Anmuth der Form, schonen Fluß des Verses bei ihm verkennen!Und mag man immerhin jene freundschaftlichen Liebesbriefe, welcheGleim und Jacobi mit einander wechselten, belächeln, erfreulichersind sie. doch als jene Schmähschriften, womit Spätere sich einanderin bitterm Haß verfolgten. Uebrigcns trifft auch jener Vorwurfnur einen Theil der jacobischen Schriften, wie sie in den siebzigerJahren erschienen (Sämmtliche Werke, Halberstadt 177Z— 7 §,3 Bde.), und schon die Auserlesenen Lieder, welche I. G.Schlosser 1784 (Basel) von ihm gesammelt herausgab, und welche