Jacobiner - i?Z
Hetzen. So entstand, was in einer für das gemeine Beste frei be-rathschlagenden Versammlung nie Statt haben sollte, eine Verbind-lichkeit für gewisse Beschlüsse, noch vor dem Vortrage des Gegen-standes in der allgemeinen Versammlung der Stellvertreter der Ra-tion, und es bildete sich eine Faction, in welcher alle nur EinFwollten. Sie arbeitete» denen, die nicht zu ihnen gehörten, mitvereinter Kr-ttt entgegen, nach dem bekannten S pruche der Partei-sucht: nul n'nurn ittesprit Irors Iious t.-t nos »uns. Außer dieserUnouldsamkeit gegen anders Denkende, die später in politische An-geberei und Vehfolgunqswuth ausartete, übten noch im Geheimenpersönliche Leidenschaften und eigennützige Nebenabsichten ihren ran-kevollen, gefäkrlichen Einfluß a^s. Bald faßte das Privathaus, inwelchem sie sich anfangs versammelten, die Zahl dieser Freunded e r R e v o l u t i o n, wie sie selbst zuerst sich nannten, nicht mehr;sie wählten daher schon am Ende des I. 1739- die Kirche eines auf-gehobenen Jacobinerklosters in Paris in der Straße St. Honoreä,in der Mltte der Stadt, zu ihrem Versammlungsorte. So kamder Name Jacobiner aus, wiewol sie selbst sich eine Zeitlangnoch Freunde der Constttution nannten. Ihr äußeres Abzeichen warddie rothe Mühe; und späterhin war eine armselige, schmutzige Klei-dung die Bezeichnung ihres Sansculotismus. Bald entstanden beider unruhigen Regsamkeit der Franzosen in allen kleinen und grö-ßer!« Städten Frankreichs, im I. >79^ sogar in vielen Dörfern,ähnliche Vereine, welche der große Mutterclubb in Paris mit sichzu verbinden, oder zu affiliiren wußte, so daß er durch sie die öffent-liche Meinung in ganz Frankreich bearbeiten und nach seinen Absich-ten lenken konnte. Im I. >792 correspondirte der Hauptclubb, inwelchem, sich zuweilen - 5 oo Mttglieder versammelten, regelmäßig mitmehr als 400 Societäten, und man zählte überhaupt in ganz Frank-reich gegen 400,00» Jacobiner. Es ist »»nöthig, die vornehmstenMitglieder des Hauptclubbs namentlich aufzuführen, aber alleMänner von Bedeutung, die zu irgend einer Zeit in der Revolutioneine Rolle spielten, oder spielen wollten, Jacobiner waren. Ein-zelne aber anzuklagen ist bedenklich, da der Parteienhaß die Geschich-te der Individuen sehr entstellt hat. Der Einfluß, den Paris aufdie Provinz ausübt, und die Unwissenheit der meisten Franzosen,welche von unruhigen Wünschen dem Neuen rasch entgegenführt,nichts kaltblütig mit sclbstständiger Freiheit, wie die Britten, zuuntersuchen vermögen, erleichterte den kühnen Häichtlmgen des pari-ser Jacobinerclubbs diese Errichtung jener unsichtbaren Dictaturüber die öffentliche Meinung. Das, was sie im Voraus als Vor-schlag und Beschluß für die Nationalversammlung festsetzten, mochtenoch so verwegen und constikutionswidrig seyn, so waren sie dennochdurch ihre Korrespondenz mit den auserlesenen Brübern in den afsi-liirten Elubbs der Zustimmung aller Volksgesellschaften gepiß. Dieslockte natürlich alle Ehrgeizige selbst in den privilegirten Standen,zum Bettritt an. Sie entsagten den Vortheilen ihrer Classe, umhier Ansehen und größere Vortheile bei der neuen Ordnung derDinge zu gewinnen. Bald aber wurde bei der großen Menge vonBrüdern, der leidenschaftlichen Ehrsucht der Ochlokraten die Mäßi-gung der besonnenern Jacobiner lästig; es traten daher die wilde-sten Feuerköpfe in einen engern Clubb zusammen, der nach seinemVersammlungsorte in der Kirche der vormaligen Barfüßer, derElubb der Cordcliers hieß, und an den sich alle sogenannte