Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Jansen ig/

jus (f 1S89), eines gelehrten Vertheidigers der augustinischen An-Mt, Aber zu weit war auf der andern Seite der,'panische JesuitLudwig Molina (ss i6on), in seinem mehr als semipelagianischenKommentar zur Dogmatik des h. Thomas von Aquinum, gegangen,und die lebhaften molinistischen Streitigkeiten nöthigten den Papsti5y8 zur Niedersetzung der Kongregation äs auxiliis (einer Com-mission zur Untersuchung der Meinungen vom Gnadenbeistande) zuRom, und da diese den Frieden nicht zu stiften vermochte, 1611 zudem weisen Gebot eines gänzlichen Stillschweigens der streitendenOrden über diese Lehre. Jansen, obwohl dem auf der löwenexUniversität immer noch geltenden streng augustinischen Lehrbegrifsezugethan, starb 16Z8 zu Ypern, unangefochten im Rufe ausgezeich-neter Sittenreinhcit und Frömmigkeit. Sein Augustinus aber, einBuch in dem er die augustinische Lehre von der freien Gnade auf-gefrischt, und mit wenig verhüllter Anfechtung des Semipelagianis-mus der Molinistcn, als die wahre Orthodoxie anempfohlen hatte,regte bei seinem Erscheinen 1640 den Streit von neuem auf. SeineAnhänger erklärten die Bulle Urbans VIII., die es auf Betriebder Jesuiten 164? verbot, für untergeschoben, die Universität Löwenprotestirte feierlich wider dies Verbot, und auch in Frankreichkonnte es den Beifall nicht unterdrücken, mit dem angesehene Theo-logen, und besonders die Nonnen von Dort-No^al Jansens Augu-stinus aufnahmen. Jansens alter Freund, der als Führer dieserNonnen, und eifriger Gegner der Jesuiten, wie durch seinen My-sticismus und seine düstere Frömmigkeit bekannte Abt von St. Cy-ron, losn äu Verlier cie Ilavraiine (s- 164?), hatte die Gemütherhier schon darauf vorbereitet. Die Gelehrten von (s.

b. Art.) Nicole, Perrault, Pascal, dessen Provinzialbriefealte Sünden der Jesuiten aufgedeckt hatten; und vor allen derjüngste von den -o Kindern des durch seine siegreiche Vertheidigungder pariser Universität gegen die Jesuiten berühmten AdvocatenArnauld Anton Arnauld, geb. 1612, seit 164? Doctor derSorbonne, der den größten Theologen und Philosophen seiner Zeitan Beredsamkeit überlegen und an Gelehrsamkeit gewachsen jwar,Männer, die eben so durch seltne Talente und Kenntnisse, als durchaufrichtige Religiosität und unbescholtene Tugend ausgezeichnet,sich anerkannte Verdienste um die Wissenschaften erworben haben,übernahmen die Vertheidigung des Jansenismus, und dieBulle, in der der Papst r653 fünf Satze aus Jansens Augustinusbesonders verdammte, fand schon eine bedeutende Gegenpartei.Diese fünf Sätze: ,,1) Gewisse Gebote Gottes können von den From-,,men nicht gehalten werden, und es fehlt ihnen, auch wenn sie den„Willen dazu haben, hinreichender göttlicher Beistand; 2) den Gna-,Genwirkungen kann im Naturzustände niemand widerstehen; 3) um„von Gott etwas zu verdienen, darf der Mensch nicht eben frei„von aller (auch innerer) Nothwendigkeit, sondern nur frei vom„(äußern) Zwange handeln; 4) die Ketzerei der Semipelagianer„bestand darin, daß sie lehrten, der Naturmensch habe das Ver-,,mögen, die zuvorkommende innere Gnade auszuschlagen, oder an-zunehmen; S) es ist semipelagianisch geredet») daß Christus für„alle Menschen gestorben sey ; " standen wirklich in Jansens Schrift,seine Anhänger machten aber den feinen Unterschied, daß darumnicht gerade Jansens Sätze, und in dem Sinne zu verwerfen wä-ren, indem er sie gemeint. Hieraus entstand die interessante Frage,