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n- ! Wie man sich aber immer am meisten nach dem sehnt, was man
kj. nicht hat, und oft gerade am liebsten ergreift, was Widerspruch
He > findet, blieb'der Jansenismus, ungeachtet aller Bedrückungen von
, - Seiten des Hofes , nicht nur das stille Bekenntniß vieler G-.itgc-
er sinnten, sondern sogar länger, als zu erwarten stand, in der Mode.
>hl P. Quesnels moralische Betrachtungen üher das neue Testament,
en in dieser Zeit das gclesenste Buch, gaben ihm neue Nahrung. Die
er Sorbonne entschied 1702 den G e w i ss c n s fa ll (aas-- äs aorm-
u° cienco) , ob ein des.Jansenismus verdächtiger Priester die Absolu-te tion erhalten könne, bejahend, und der allgemein geächtete Erzbi-
,e- schof von Paris, Cardinal von Noailles, brauchte seine Gewalt
ie- nicht strenger gegen die Jansenisten, als es zum Frieden der Kirche
^e, nöthig war. Clemens XI. handelte anfangs in demselben Sinne,
>t, allein La Chaise (s 1709), und dessen Nachfolgerin der Seel»
»d sorge Ludwigs XIV., der Jesuit Le Tellier, drangen auf ge-rn waltsamcre Schritte, worin sie der König, dessen kranker Phanta-
eß sie Jansenismus und Aufruhr gleich galt, redlich unterstützte,
es Quesnel, nun das Oberhaupt der Jansenisten, wurde aus der
cn Reihe der Bäter des Oratoriums ausgestoßen und ins Eril gejagt,
te wo er 1709 zu Amsterdam starb, sein R. T. 1708 verboten, das
te Kloster ?ort Iloz^i cles tlbamps, das man als die Festung der
on Jansenisten betrachtete, Aurch die königliche Polizei 1709 aufgehoben,
g« die Rönnen zerstreut und die Gebäude niedergerissen, und das Werk
in » der Finsterniß endlich durch die dem Papste von Le Tellier ab-ug ' gezwungene Constitution, Unigenitus, 171 3 gekrönt. Diese nichtweniger von grober Unwissenheit, als von wüthender Nachsucht dic->j- tirte Bulle, verdammte 101 Sähe aus Quesnels Testament, welche
en hier zwar nur im jansenistischcn Sinne verstanden werden sollten,
-s aber im Grunde meist Sprüche der Bibel, liturgische Formeln und
id Lehrsätze orthodorer Kirchenvater waren. Sie konnte nur Unwillen
d- und Spott erregen, und die Zahl der Freunde des JaNfemsmus
.je vermehren. Ludwig XIV. starb 171S über den Bemühungen, ihr
eS Gewicht in Frankreich geltend zu machen, und bei dem Judifferen-
er tismus des Regenten, konnte Noailles mit dem größten Theile des
re französischen Klerus ungeahndet wider diese. Constitution an ci» zu
er haltendes allgemeines Concilium appclliren. Obwohl die Jansenisten
t- diese Appellation zuerst einlegten, so sind sie doch nicht mit den Ap-
a- pellanton (s. d. Art. Unigenitus) zu verwechseln, denn viele
ht der letzter» verwarfen dir Bulle, ohne sich zum Jansenismus zu
e- ' bekennen. Indeß hatten sie in Frankreich gleiches Schicksal, da die-n Minister Dübois und Flcury, aus Gefälligkeit gegen den Papst, auf
sie unbedingte Annahme der Balle drangen, und alle Weigerer nach-tu drücklich verfolgten. Viele Jansenisten wanderten nach den Nieder-en landen aus- die Blüthe ihrer Partei neigte sich zum Ende, und
>n die Wunder (Genesungen und plötzliche Bekehrungen) am Grabe ih-
ls *es durch wüthende Selbstpeinigungen früh aufgeriebenen Heiligen,
er I^rün^ois üd l'uris (s 1727), konnten nur für Schwärmer und
t, den pariser Pöbel Beweiskraft haben. Die seit 17?! aufgekomme-
r- sss" Rasereien der Convulsionairs,. Menschen, die auf dem
lr Grabe dieses wunderlichen Heiligen in Krumpfe und Anfangen ge-
ni riethen, und den Jansenismus mit begeisterten Worten anpriesen,
der Securisten, die sich zu ihren Zuckungen noch besondere Hülfe