Japan lyg
)l< Behandlung, die sich dieselben aus Gewinnsucht gefallen lassen, ver»
en ' achten. Sie sind geschäftig und arbeitsam, erlauben sich Bergnü»
on gungen bloß zur Erholung, nie um die Zeit zu todten. Dagegen
an aber sind sie äußerst wollüstig, zur Grausamkeit und zur Rachsucht,
len die oft erst nach langer Zeit Befriedigung sucht, geneigt. Ihr
>a« Aberglaube wird durch eine alle Aufklärung hindernde Hierarchie und
eit eine zahlreiche Geistlichkeit genährt. Die Regierungsverfaffung ist
so der härteste Despotismus, der sich mit Blutgesetzcn und der unre-ine bittlichsten Strenge waffnet. Der Wille des Kaisers ist das höchste
m- , Gesetz und nächst diesem der Wille der von ihm abhängigen klemen
Fürsten, die in den Provinzen eben so hart herrschen, als jenerien über das Ganze, aber ungeachtet ihrer Abhängigkeit doch das Recht
;er haben, sich einander zu bekriegen. Der größte Theil der Einwohner
m- wird von schwerer Armuth gedrückt, da der Bauer dem Landesherrn,
ige der sich für den einzigen Eigenthümer von allem Grund und Boden
ng hält, wenigstens die Hälfte, und in manchen Gegenden sogar zwei
int Drittel seiner Ernte abgeben muß. Um Verschwörungen zu verhüten,
in- ist jeder durch die Gesetze hes Staats zum Wächter, Aufpasser und
ffe Bürgen des andern gemacht, so daß jeder für denjenigen, der mit
hin ihm in irgend einer, wenn auch noch so entfernten, Verbindung
xn steht, dem Staate haften und im Falle eines Vergehens mit dcm-
ul- selben büßen muß. So muß der Vater für seine Kinder, der Herr
>nd für seine Diener, der Nachbar für den Nachbar, jede Gesellschaft
ruf für ihre Mitglieder stehen. Nie wird ein Vergehen mit Geld, son-
zu dern ohne alle Ausnahme an Leib und Leben, durch Gefängniß,
rte » Verbannung gestraft, und jede Strafe mit unerbittlicher Strenge
ls- an Vornehmen wie an Geringen vollzogen. Die ursprünglichen Re-
en, genten von Japan hießen Mikaddo, nach dem Stammvater ihres
ah- Geschlechts. Der geistliche Kaiser, der Hohepriester von Japan,
ssw heißt noch immer Dairi, welches von den frühesten Zeiten her der
zur Titel der japanischen Kaiser war, als sie noch die geistliche und
da weltliche Macht vereint besaßen. Seit der Revolution, welche sie
ick- der weltlichen Gewalt beraubte, lebt der Oberpriester zu Miaco als
nn- Gefangener des weltlichen Kaisers. Ihn bewacht ein dem weltlichen
des Kaiser verantwortlicher Statthalter. Um sich des Abkömmlings der
ler- alten Stammes der Beherrscher von Japan desto mehr zu versichern,
zu- hat die schlaue Politik des weltlichen Kaisers den Dairi in eine hei-
M- lige Person verwandelt, den kein menschliches Auge, am wenigsten
ne- ein Mann, der nicht zur Bedienung desselben angestellt ist, sehen
>en. darf. Wenn der Dairi einmal, was freilich selten geschieht, in
ßnd , seinem Garten oder im innern Bezirke seines ungeheuern wohlbefe-
ina stigten Pallastes frische Luft genießen soll, so wird Allen durch ein
80- Zeichen Entfernung geboten, ehe die Träger den hochheiligen Gefan-
reit genen auf ihre Schultern heben. In diesem Pallaste, wo er gebo-
ori- ren wird, lebt und stirbt er, ohne je aus dessen Mauern zu kom-
auf men und erst lange nach seinem Tode wird sein Name außerhalb
cter desselben bekannt gemacht. E.r genießt reichliche Einkünfte, die
ssu, moß in Waaren und Feldfrüchten bestehen, und die der weltliche
iesi- Kaiser durch beträchtliche Zuschüsse und durch den Ertrag des Ver-sink kauss der Ehrentitel, der dem Dairi als ein Vorrecht überlassen ist,
lzcS vermehrt. Der weltliche Kaiser führt den Titel Kubo und hat sei-
u»d b>h M I e d o. Unter ihm, dem eigentlichen unumschränkten
eils Beherrscher des Reichs, stehen alle Statthalter, Fürsten, die dem
chen Kaiser streng verantwortlich sind. Er überläßt jedoch dem Dairi