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Fünfter Band. Von I bis L.
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Jeanne d''Arc

big. Ihr Andenken wurde durch Denkmäler gefeiert. So lieset manunter dem Wappen ihrer Bildsäule auf dem Markte in Rouen:

Kexl» virßlnso llebsnUltiir eN.-s coroira;

I.Uia v1rxue«c> nn» sud eiisv ulkeiit.

lSiwercr ist die Krone, beschirmt vom Schwerte der Jungfrau.

Unter der Jungfrau Schwert blühet der Lilien Pracht.)

Nach dem Bildnisse der Jungfrau, welches der Conservateur desIblusäe traritzois in Paris, Alexander Lenoir, auf dem Stadthausezu Orleans, wo sich auch eine Statue von ihr befindet, entdeckt undnach Paris ins Museum unx petits AuAustins gebracht hat, mußsie sehr schön gewesen seyn. Ihre Züge sind sanft und schwärmerisch;pe haben das, was die Franzosen I'intäröt äu culrns nennen. Siehat eine Togur mit Federn auf dem Kopfe, in beiden Händen hältsie das geweihte Schwert und ein Schild. (S. die Eopie im Journ.Lond. und Paris VII. 2,) Des Mädchens von Orleans berühmterhistorische Name, dessen Johannes von Müller in seiner Geschichteder europäischen Menschheit nicht gedenkt, ist nicht weniger merk-würdig in der Geschichte der Literatur. Daher muß hier noch überdie verschiedene Behandlung des epischen und romantischen Charaktersdieses Stoffes etwas gesagt werden. Nachdem Chapelain, einZeitgenosse des Cardinals Richelieu, die Johanna d'Arc, wie Boi-leau sagt, in zwölfmal zwölfhundert schlechten Versen besungenhatte, unternahm Voltaire, schon im I. 17I0, das poetischeUngeheuer seines Vergnügens zu parodiren, und nach Shakes-peare'« Beispiel (im i.TH. seines Heinrichs VI.) die volle Schaleseines unsaubern Witzes über den schon verrufenen Gegenstand aus-zugießen. So entstand das nur zu bekannte komische Heldengedicht,das Mercier ein oriiue antinationsl nennt. Es erschien zuerst1757 im Druck. Man höre über dasselbe Bouterweck in der Ge-schichte der Poesie und Beredsamkeit VI. ZAg. Die erste poetischeReinigung dieses von der Plattheit und von dem schamlosesten Witzeentheiligten Stoffes versuchte ein Dritte, Robert Southey inseinem Heldengedichte, loau ok ä.rc, das aber den Leser kalt läßt.Desto glänzender war die Verherrlichung der Jungfrau durch unsernSchiller. Er hat mehr als Calixt III. gethan; er hat die edle,kühne Schwärmerin in die Rechte des romantischen Zeitalters, demsie angehört, wieder eingesetzt. Ueber sein berühmtes Gedicht, dasin der Geschichte der romantischen Poesie Epoche machen wird, dieJungfrau von Orleans, eine romantische Tragödievon Schiller (zuerst als Almanach für das I. 1802, Berlin beiUnger) findet man scharfsinnige Bemerkungen in der Allgem. Lit.Zeit. v. 1802, Nr. i 5 u. 16. Das Lehrreichste darüber enthalt diegeistvolle kritische Würdigung dieses Meisterstücks in der viertenSchaustellung aus der Gallerte zu Schillers Gedichten, nach Ram-bergs Zeichnungen, von Böttiger, in einem unserer gehaltvollstenTaschenbücher, in der Minerva v. I. 1812. Mercier, der^Herausgeber der französischen Uebersetzung dieses Schauspiels vonCramer (Paris 1802.) nennt dasselbe eine Hymne zum Ruhme derHeldin, würdig der vollsten Bewunderung und Achtung ihrer Zeit-genossen. Er setzt hinzu: „Schillers dramatische Muse ist so wie ichsie liebe, wie ich sie gern in Frankreich einheimisch sähe: denn wensollte nicht die arme französische Melpamene jammern, welche einge-kerkert und gebunden, ja geknebelt mit der schweren, eng zusammen^gezogenen Einheirskette der Zeit und des Orts, sich unaufhörlich