Jeddo Jefferson 20z
den Kopf an ben Wänden ihres engen Gefängnisses zerstößt?" End-lich verdient auch A. W. von Schlegels Urtheil über die ver-schiedene Darstellung dieses Gegenstandes von Shakespeare undSchiller (in seinen Vorlesungen über dramatische Kunst und Sitera,tnr, Lh. H. Abth. II.) gehört zu werden; doch wird hier wenig-stens seine Vorliebe für den Britten keinen Unbefangenen irre füh-ren.
Jeddo (Peddo), die Hauptstadt von Japan, liegt östlichvon Riphon in einer Bay. Die Häuser daselbst haben, das Erd-geschoß abgerechnet, yur eine, oder höchstens zwei Etagen, und sindmit Handlungsladen versehen, welche das Erdgeschoß einnehmen.Der dortige Hafen ist so seicht, daß die Schiffe gezwungen sind, ineiner Entfernung von 5 französischen Meilen vor Anker zu gehen.Der kaiserliche Pallast, der wie eine Festung erbaut ist, würde, daer 5 französische Meilen im Umfange hat, allein schon eine beträcht-liche Stadt bilden. Es befindet sich ein Saal in demselben, der 6c><»Fuß lang und 3 oo breit ist. Die Säulen dieses Pallastes sind vonCedern-, Kampher- und anderm kostbaren Holze aufgeführt. DiePrivathauser sind von Holz, aber weiß angestrichen., so daß sie wieStein aussehen. Da der Gebrauch der Tische und Stühle gänzlichunbekannt ist, so sitzt man allgemein, sogar der Kaiser, auf Mat.ten oder Teppichen.
Jefferson (Thomas), Präsident de« Kongresses der verei-nigten Staaten von Nordamerika, ist in Virginien um das Jahr17S0 geboren, groß und hager von Gestalt, hat eine blühende Ge-sichtsfarbe, lebhafte feurige Augen, eine freundliche Miene und faströthlichrs Haar. Nachdem er das ganze Gebiet der Wissenschaftenmit Eifer umfaßt und zu durchdringen gesucht hatte, widmete ersich der praktischen Rechtsgelehrsamkeit, und zeichnete sich in, dersel-ben bereits so sehr zu seinem Vortheile aus, daß ihn der Staat vonVirginien noch sehr jung zum Mitglieds der Gesetzgebung ernannte.Schon damals gab er durch öffentliche Schriften zu erkennen, daßer diesem Zweige der öffentlichen Verwaltung mit Genie und Nei-gung vorzustehen im Stande sey. Wahrend der Revolution, welchedie vereinigten Staaten vom Mutterlande losriß, stieg er stufenweisezu immer höher» Aemtern. Er war während zweier Jahre, nebstWashington, Franklin, John Adams und andern, Mitglied des be-rühmten Congreffes, der damals die Revolution leitete. Hier schluger mit Lee die Unabhängigkeits-Erklärung vor, beschleunigte mitAdams die Verhandlung darüber,, entwarf die Konstitution dersel-ben, betrug sich als Gouverneur von Virginien zur Zeit der Ein-falle von Cornwallis und Arnold, mit Würde und seltener Stand-haftigkeit, erfüllte von 1788 — 1789 nach dem Frieden, als ersterBothschafter am französischen Hofe, die Pflichten dieses ausgezeich-neten Postens mit Treue und Geschicklichkeit, und war endlich, alsStaatssekretär, die Ursache der entscheidenden Sprache, welche Nord-amerika führte, als England 1792 die damalige politische Schwächeder vereinigten Staaten mißbrauchen wollte. Hierauf legte Jeffer-son seine Stelle nieder, ward kurz nachher als Bicepräsident an dieSpitze der Regierung gestellt, zog sich jedoch abermals von diesemPosten in den Privatstand zurück. Die Parteisucht, welche damalsin der Verwaltung der amerikanischen Staaten herrschte, und wel-cher sich Jefferson widersetzte, war Ursache, daß man ihn von nunan als den Chef der Opposition betrachtete. In Folge der Erbet-