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Fünfter Band. Von I bis L.
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Jena Jena (Schlacht bei) 205

stiftet«, aber schon in dessen Sohne, Johann Wilhelm, erloscheneSeitenlinie residirte, nach deren Aussterben Weimar und Eisenachden jenaischen Landesantheil unter fich theilten. Berühmt ist Jenawegen seiner Universität, welche viele der berühmtesten GelehrtenDeutschlands unter ihren Lehrern und Zöglingen zählt, und wegender damit zusammenhängenden gelehrten und wissenschaftlichen An-stalten. Sie ist ein Eigenthum sämmtlicher ernestinischen Häuser,bis auf Hildburghausen, das sich seines Antheils begeben hat; Wei-mar besitzt die Halste, Gotha ein Viertel, Meiningen und Co-burg Vis- Gestiftet wurde sie, nachdem die ernestinische Linie Wit-tcnbcrg verloren hatte, von Johann Friedrich im I. iSgZ, und ein-geweiht nach dessen Tode iS 58 - Die Zahl der Studirenden belief sichin früheren Zeilen wohl auf einige 1000; vor dem I. 1806 betrugsie noch 600, verminderte sich gleich daraus sehr, ist aber jetzt wie-der im Zunehmen. Sehr beträchtlich ist die Universitätsbibliothek,welche durch die budersche, und in neuerer Zeit durch die büttnerscheSammlung ansehnlich vermehrt worden. Ferner nennen wir dasHebammeninstitut, die trefflichen klinischen Anstalten, das anatomi-sche Theater, die Sammlung mathematischer und physikalischer In-struments und Modelle, das Museum und das Mineraliencabinet,welches letztere hauptsächlich aus der walchschcn, und ehemals zu Wei-mar befindlichen herzogt. Sammlung besteht, und zu fernerem An-wuchs Fonds besitzt. Noch sind in Jena zwei Spruchcollsgia, eineJuristenfacultat und ein Schöppcnstuhl; eine Superintendentur undeine lateinische Schule, auch mehrere gelehrte Gesellschaften, nämlicheine lateinische, eine deutsche und eine mineralogische. — Der inder Nähe gelegene Fuchsthurm ist der Ueberrest des alten SchlossesKirchberz auf dem Landgrafenberge, welcher bisher auch der Rapo-lcvnsberg genannt wurde.

Jena (Schlacht bei). Durch den Uusgang des Gefechtes beiSaalseld am ic>. Oct. 1806, war die preußische Armee in ihrer lin-ken Flanke umgangen, und durch die hierauf mit reißender Schnelliigkeit erfolgenden Bewegungen der Franzosen, nach zwei Tagen dieStellung der beiderseitigen Heere so sehr verändert worden, daß dirPreußen den thüringer Wald, die in zwei großen Linien heran-rückenden Franzosen aber auf ihrem rechten Flügel die Elbe imRücken hatten. Raumburg, Jena, Kahl», waren die Punkte derersten französischen Linie an der Saale, während die zweitelängs der Elster und von Acitz bis Neustadt und Schlei; sich aus-dehnte; in Gcra war des Kaisers Napoleon Hauptquar-tier, gedeckt von den Garden und dem Corps des MarschallsSoult. Napoleon hatte beschlossen eine entscheidende Schlacht zuliefern, und bis zum 14. Oct. früh waren seine Vorbereitungendazu vollendet; die Höhen von Jena waren zu dem furchtbaren Schau-spiele ausersehen, und die Franzosen so glücklich, diese Höhen zu be-setzen, deren Wichtigkeit von preußischer Seite nicht früh genug schienanerkannt worden zu seyn. Während die französischen Corps ausihren Stellungen dem Schlachtfelde entgegenzogen, war Napoleonrn Gera geblieben, von wo aus er die Bewegungen leitete. Am rZ.Oct. aber brach auch er auf; Nachmittags 2 Uhr desselben Tagestraf er in Jena ein, und recognoscirte sogleich, von einer der schonbesetzten Höhen aus, die Stellungen seines Gegners, ftnter seinerAufsicht ließ er durch ein wildes Defilee, das Rauchthal genannt,zwischen Jena und Awätzen, einen Weg bahnen, um Artillerie auf