Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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207
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Zena (Schlacht bei) 207

säumenden Generalen entgegen; nach 4'Stunden hielt Hohenloheaus; seine Reihen wurden immer dünner, je mehr die Franzosenfrische Kräfte entwickelten; es schlug 1 Uhr, als zwei neue franzö-sische Kolonnen (vom Corps des Marschalls Ney) aus dem Kampf-platz« ankamen; die Richtung ihres Marsches entschied schon dieSchlacht; während die eine in der linken Flanke der Preußen er-schien, marschirte die andere ihnen im Rücken; ihre Artillerie trugtausendfachen Tod in die Glieder der schon ermatteten Preußen undSachsen; da befahl Hohenlohe den Rückzug, der unter dem rühm-lichen Schutze des Regimentes Graf Henkel und des sächsischen Ba-taillons aus dem Winkel angetreten wurde. Doch schon war dieUnordnung zu groß; die Truppen verwirrten sich unter einander,indem sie die Gefahr sahen, eingeschlossen zu werden, da ihre link«Flanke immer mehr und mehr umgangen wurde. In diesem Augen-blicke zeigte sich Rüchel, der über Kapellendorf herkam, auf derHöhe des Spcrlingsberges; der Obrist Maffenbach mußte ihm denBefehl bringen, den Rückzug zu decken; doch das war dem stolzenRüchcl nicht genug; die Schiacht entscheiden wollte er; er marschirtezum Angriff; aber französische Kartätschen begrüßten mörderischseine linke Flanke, Napoleons Reserve aus dem Centrum stürzte sichüber die noch stehenden Bataillone noch wüthender her, eine gefähr-liche Verwundung warf den verwegenen Rüchel zu Boden; die all-gemeine Flucht war nun entschieden, deren Richtung theils nach Wei-mar, theile nach Naumburg ging; aus dem Wege nach Weimar be-gegneten sich die Fliehenden aus beiden Schlachten (Aucrstädt undLena), die in der That sich selbst überlassen waren, da die meistenHauptanführer, Schmettau, Rüchcl, Möllendorf und der Herzog vonWraunschweig Wunden erhalten hatten, die sie zum augenblicklichenKommando unfähig machten. Darin lag vorzüglich der Grund, daßder materielle Verlust der Geschlagenen so ungeheuer war; 200 Ka-nonen, 60 Fahnen und Standarten, Zo,or>o Gefangene, worunterro Generale, gegen 20,000 Todie und Verwundete waren am fol-genden Tage von den Siegern gezählt, deren Verlust aber gewißauch größer als 410a Todte und Verwundete gewesen seyn mag,wie der französische Bericht ihn angiebt. So ging die Schlacht beiJena verloren, wie die bei Auerstädt *), größtentheils aus Man-gel an Einheit des Willens, und alle Anstrengungen scheiterten,wenn man dem Urtheile so manches gewichtvollen Augenzeugen trauendarf, theils an Unkenntniß, theils an Ungeübtheit, theils am Miß-trauen und an der Eifersucht der Befehlshaber unter einander: da-her es wohl erklärlich ist, daß, während die Franzosen in vollenMagazinen und bei geübtem Requisitions - Talent schwelgten, diePreußen auf befreundetem Boden hungerten, als sie in die Schlachtgehen sollten, daß Hohenlohe sogar drückenden Mangel an Muni-tion litt, und die Sachsen, ihr Schicksal ahnend, sich ihrer Verbin-dung mit den Preußen nicht sreucten, besonders als ihnen Napo-leons Proklamation bekannt geworden; und daß, was das Schlimmstewar, die Unterbefehlshaber die Befehle des Oberfeldherrn nicht ach-teten, daß ein Rüchel es wagen konnte, auf eigene Hand zu operi-ren. Erfurts Kapitulation, die Trennung der Sachsen von denPreußen und die Auflösung der preußischen Armee, die nur nochein sormirtes ungeschlagenes Corps (das des Herzogs von Weimar)

Die Franzosen unterscheiden diese beiden Schlachten nicht, sondern fassen

Ii« 1» dem Namen Schlacht oon Jena" zusammen.