Joachim Murat 217
befehligte Murat die Avantgarde und bekam vom ObergeneralBefehl, ein Dorf, welches die türkische Stellung beherrschte, zunehmen. Das Gefecht war äußerst heftig und Murat selbst wurdeverwundet; aber die Franzosen behaupteten dennoch den Sieg.Darum verlangte Bona parte für ihn den Grad eines Divisions--generals, indem er in seinem Berichte sagte: dem General Muratbesonders haben wir den Gewinn dieser Bataille zu verdanken. AlsBonaparte Uegypten verließ, begleitete ihn Murat und halfam thätigsten mit zu der Revolution vom r8. Brumaire. Er com-niandirte nämlich im Pallaste des Raths der Fünfhundert,und zur Dankbarkeit- für die geleisteten großen Dienste ernanntenihn, aufBonaparre's Betrieb, die Fonsuls zum Commandan-ten der Garde. Um den kühnen Mann sich ganz zu eigen zu ma-chen, gab der Ober-Consul ihm am 2Z. März 1800 seine Schwe-ster, Annonciade Caroline Bonaparte zur Gemahlin,und beim Wiederausbruch des Kriegs erhielt er ein bedeutendesCommando bei der Armee in Italien. Durch einen gewagten Ka-vallerie - Angriff drang Murat am 7. Juni in Vercelli ein undnahm die dortigen Magazine; in der Schlacht bei Marengo, am14. Juni, befehligte er die Cavallerie-Reserve, und trug vieles zudem entscheidenden Siege dieses Tages bei. Zum Dank ließ ihmdie Regierung einen Ehrensäbel überreichen, mit den darauf einge-,grabcnen Worten: Bataille von Marengo, commandirtvomOber-Eonsul. Von der Regierung dem Gen.Murat gegeben. Im folgenden Jahre befehligte Murat dieObservations-Armee, und zwang die Neapolitaner, nicht nur dieEiigelsburg, sondern den ganzen Kirchenstaat zu räumen. DerPapst nahm den Sieger sehr schmeichelhaft auf, und dieser unter-zeichnete am 18. Februar d. I. mit dem neapolitanischen GeneralDamas den Waffenstillstand zu Foligno. Bald nachher bekamMurat den Auftrag, Ludwig I-, Jnfanten von Spanien, aufden Thron von Hctrurien zu setzen. Von dieser Zeit her schreibtsich seine freundschaftliche Verbindung mit der Königin von Herru-rien, welche nachmals bei den Intriguen der spanischen Thron-Um-kehr auch so trefflich benutzt wurde. Im I.. 1804 berief Bona-parte den General Murat als Stütze seiner Kaisermacht wiedernach Frankreich, und ernannte ihn zum Gouverneur von Paris,bald nachher zum Reichsmarschall und Groß-Admiral, obwohl ervom Seewesen sehr wenig verstand. In dem merkwürdigen Feld-zuge vom I. igoZ commandirte der zum Prinzen des Reichs erho-bene Murat die Reserve-Cavallerie. Am 24. Sept. stand seinuird Lannes Corps, 48000 Mann stark, bei Etraßburg, und Na-poleon selbst folgte unmittelbar Murats Colonne über denRhein. Durch Ueberraschung schlug Murat am 8. October d. I.die Ocsterreicher unter Ausfenberg bei Wertingen, wo sie (nachfranzösischen Berichten) Zooo Mann, 8 Fahnen und 7 Kanonen ein-büßten. Eben so glücklich war das Gefecht bei Günzburg, worinMurat die Ocsterreicher unter dem Erzherzog Ferdinand mitVerlust von 1200 Gefangenen zur Flucht nöthigte. In dem all-gemeinen Angriffe auf die Stellungen bei Ulm, stand MuratsCorps zwischen Weisscnhorn und Ulm, und trug vorzüglich zu demglänzenden Erfolge der am 17. Oct. geschienenen schimpflichen Ka-pitulation des General Mack bei. Am 3 i. Oct. zwang Murat»er Lambach nach hartnäckigem Gefecht die Russen, unter Wo-