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Fünfter Band. Von I bis L.
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218 Joachim Murat

! owkin, zum Rückzüge, und verfolgte deir mit 6ooa Mann Ca--vallerie nach Böhmen fliehenden Erzherzog Ferdinand bisEschenau. Am iZ. Nov. hielt Murat mit der Avantgarde (wäh.rend Napoleon zu Scyönbrunn war) seinen Einzug in Wien. We-niger glücklich war sein Gefecht am 16. Nov. mit Bagration,der sich durch die weit überlegene französische Armee heldenmüthig,jedoch mit bedeutendem Verlust, durchschlug. In der großen Schlachtbei Lusterlitz am 2. Dec. spielte Murat gleichfalls eine Hauptrolle,und seine Talente als trefflicher Cavalleriegeneral, waren in die-sem Feldzuge aufs neue glänzend bestätigt worden. Als nun, ver-möge des am iS. Dec. d. I. i durch den Grafen Haugwitz mitdem Marschall Duroc> zwischen Frankreich und Preußen geschlos-senen Lractats, das Herzogthum Cleve und Berg zu Napo-leons Disposition gestellt worden war, ernannte derselbe durch«in Teeret vom ig. März 1806, seinen Schwager, den PrinzenJoachim Murat zum souverainen Herzog von Cleve und Berg,und sicherte ihm und seinen gesetzlichen männlichen Nachkommennicht nur diese Länder, sondern auch die erbliche Würde eines Groß-admirals von Frankreich zu. An eben jenem i 5 . März ward dasLand, welches in seinem damaligen Umfange 5 Sc>,ooo Einwohnerzählte, durch Murats Adjudanten, den General Beaumont, in Be-sitz genommen worden, und die Tendenz dieser Verfügung hatte derErzkanzler in seiner.Rede also angegeben: „dem Prinzen Muratist die Bewachung eines wichtigen Theils der Gränzen des Reichsübertragen! Konnten Se. Majestät sie würdigern Handen anver-trauen?" In der That schien damals eine solche Voraussetzungganz richtig. Denn Murats Schicksale und Handlungsmaximeu,schienen durch Napoleons (am Zi. März promulgirtes - Familien-gesetz hinlänglich gefesselt zu sey». Da bald nachher (am iZ. Zul.d. I.) die monströse Geburt des rheinischen Bundes zur Weltikam,ward auch Murat, als Gouverneur von Berg, ein Lheilnehmerdesselben, und sah seine Würde durch den Titel eines Großherzogserhöht. In den verhängnißvollen Schlachten bei Jena und Auer-städt that die französische Reiterei wenig, also hatte dort Joa-chim keine Gelegenheit sich auszuzeichnen. Aber er berennte schonam 16. Oct. Erfurt und erzwäng jene berüchtigte Capitulation,wodurch 14,000 Preußen nebst dem Feldmarschall Möllendorfund dem Prinzen von Oranien in französische Hände sielen.Gleich darauf verfolgte Murat, in Verbindung mit Soult undNey die flüchtigen Preußen über den Harz nach Magdeburg. Diefranzösische «rmee glich aber damals an Raub- und Plünderungs-sucht einer wahren Räuberbande!! Das Hohenlohsche Corps mußtesich, nach dem unglücklichen Gefecht bei Zehdenick, am 28. Oct. beiPrenzlau Murat ergeben, welcher an diesem schändlichen Lage17,00a Gefangene, worunter der Prinz Wilhelm August vonPreußen, der Prinz von Mecklenburg, der Fürst Hohen-lohe und der General Lauenzien waren, nebst 45 Fahnen und64 otanonen, eroberte. Am 6. Nov. d. I. erschien Murats CorpSbei der Erstürmung von Lübeck, wo Blücher und der HerzogFriedrich Wilhelm von Brauns chweig-Oels zu Gefan-genen gemacht. Nunmehr stieß Murat zur Hauptarmee, die nachPolen vordrang, und das erste glückliche Gefecht, welches Murat,als Chef der Avantgarde, gegen die Russen hatte, war den 2g. Rov.an der Bsura. In Folge desselben rückte Murats Lruppencorps