Joachim Murat
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zuerst in Warschau ein. Murat nahm Theil an dem Gefechte beiLowicz und an der fürchterlichen Schlacht bei Ey lau. Nachderselben war sein Standquartier mit der Reserve-Savallerie beiElbing und Marienwerder. Der neue Feldzug im Junius 1807 wardvon Murat durch ein glänzendes Gefecht bei Gutstadt mit derArriergarde, wobei diese ioao Mann einbüßte, eröffnet; auchwirkte ein Theil der Reserve - Kavallerie mit bei der Action vonHeilsberg. Die letzte Waffenthat Murats in diesem Kriege wardie große Schlacht bei Friedland, welche den Lilsiter Waffen-stillstand und Frieden herbeiführte. — Bei Napoleons Anschläge»auf Portugal und Spanien spielte unstreitig Joachim Murateine Hauptrolle. Er übernahm nämlich das Kommando der imAnfange des Jahrs nach Spanien ziehenden großen Armee, undhielt am 2Z. wiärz 18--8 seinen Einzug in Madrid. Aus dieserPeriode ist besonders der Briefwechsel merkwürdig, welchen Joa-chim mit der Königin von Spanien, der Königin von Etru-rien und dem Könige Karl IV. heimlich durch feinen Adjudan-ten Demouthion und durch den spanischen Kammerherrn, Ma-nuel v. Billena führte, und der selbst in der verstümmeltenGestalt, wie er ofsiziel bekannt geworden, einen schauderhaften Blickin das scheußliche Gewebe der Intriguen, welche die Bourbons vomspanischen Throne verdrängten, erlaubt. Glaubwürdigen Nachrich-ten zufolge war zu eben diesem Zwecke das furchtbare Gemetzel amMai 1808 in Madrid, französischer Seits angestiftet. MuratSHandlungsweise, als der Sieg errungen war, wird die unbefan-gene Geschichte dereinst streng richten. Obwol von Carl IV. zumGenerallieutenant des Königreichs und zum Präsidenten der in Ma-drid versammelten Rationalrepräsentanten ernannt, mußte Mu-rat doch dem Bruder seines Beherrschers weichen, Spanien ver-lassen und den noch sehr wankenden Thron von Neapel besteigen,indem das Großherzogthum Berg wieder Napoleons Willkühr an-heim fiel. Die Krone von Neapel bekam Joachim, der jetzt auchden Namen Napoleon annahm, durch das Decret vom iS. Jul.1808, und am 6. Sept. hielt er in des Reichs Hauptstadt feierli-chen Einzug. Seine Regierung zeigte sich gleich anfangs milde,und seine reiche Schenkung an das Capitel des heil. Januarius(des hochverehrten Schutzpatrons des Reichs) bewies zur Genüge,daß Joachim recht wohl begriffen hatte, durch welche Mittel erdes bigotten Volks Zuneigung am leichtesten gewinnen könne. Mu-rats erste glänzende Waffenthat war die, noch im Oct. desselbenJahrs zu Stande gebrachte Eroberung der Insel Capri. Im Laufedes folgenden Jahrs ward, unterthätiger Mitwirkung Joachims,des Landes Administration vervollkommnet. Ein Gefecht mit denEngländern im Meerbusen von Neapel (am 25. Jul.) siel nichtganz unrühmlich aus, und, um das Volk sich ganz gewogen zumachen, gab Joachim an jedes Monats erstem Donnerstage öffent-liche Audienz, wobei jedermann seine gerechten Beschwerden ihmselbst vortragen durfte. Wirklich hörten die Verschwörungen gegendes Staats Sicherheit allmahlig auf. Der Hof von Palermo verlormehr und mehr seinen Einfluß auf die Gemüther der Neapoli-taner, und Joachim schien vielmehr selbst im Anfange des Jahrs1810 schon so gute Einverständnisse auf Sicilien zu haben, daßnun förmlich der Plan zur Eroberung der schönen Insel entworfenwurde. Die Expedition gegen Sicilien war zu Ansang des Jahrs