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Joachim Murat
i8ic> in sehr hohem Tone angekündigt und wirklich mit vieler An-strengung betrieben worden. Allein sie fiel gar traurig aus, dennder englische General S tu ar t wußte, in Verbindung mit Admi-ral Martin, alle Anstrengungen Joachims, der selbst seineSeemacht befehligen zu wollen schien, also zu vereiteln, daß imSertember die ganze Sache aufgegeben werden mußte, wobei denndie französische Großprahlerei alle Welt mit der erbärmlichen Ti-rade zu berücken wähnte: es sey gar nicht Zweck gewesen, Sicilienjetzt anzugreifen, doch sehe man nun klar, daß Sicilien den Eng-ländern gewißlich werde entrissen werden, sobald man es nur ernst-lich wolle! Indessen verbesserte Joachims Regierung auch in die-sem Jahre manche wesentliche Mängel der alten Verfassung, hobden Ackerbau, stellte die Sicherheit der Straßen her, reinigte mehrund mehr das Land von verworfenen Banditengesindel und hattesich hinlänglich populär gemacht, um, ohne Zuyetzen von außen, kei-nen Versuch des Volks zur neuen Lhron-Umkehrung fürchten zu dür-Im I. i8>i zeichnete sich Joachims Regierung aus durchgroße, von Napoleon dictatorisch und im Style der Staatsred-ner sehr empfindlich gebotene Seerüstungcn, durch einen General-pardon für glle Deserteurs und widerspenstige Eonscribirte, durchZusammcnberufung der Generalstände des Reichs, durch wahrhafthumane Fürsorge für die öffentliche Erziehung, welche besonders inNeapel fast unglaublich rernachläßigt worden war, und durch Joa-chims Meise nach Paris, wo er unstreitig den Befehl erhielt, sich zumnordischen Feldzuge gefaßt zumachen. Man kann mit hoher Wahr-scheinlichkeit annehme» , daß Joachim diesem Befehle höchst un-gern gehorchte, aber der Dictator duldete keinen Widerspruch. Wel-che Thaten Joachim in diesem Feldzuge verrichtet; wie er zu denSiegen bei Smolcnsk und an der Moskwa hauptsächlich beigetra-gen, aber auch bei Kaluga die empfindlichste Niederlage erlitten;wie seine ganze Cavallerie aufgerieben, er selbst mit Schimpf undNoth aus Rußland gejagt worden u. s. w.; das Alles ist in demAugenblicke, wo wir dieses schreiben, noch in gar frischem Anden-ken. Napoleon hatte, ehe er am 5. Dec. aus Smorgonie ent-floh, die Trümmern des großen Heers unter Joachims General-kommando gestellt; aber Joachim strengte alle seine Feldherrn-talente vergebens an, mit der so ganz zerrütteten Armee sich inLitthauen zu halten. Er mußte schon in der Mitte des Decembershinter den Riemen zurück, und nahm damals sein Hauptquartierzu Kowno; auch hier war kein Bleiben, vielmehr mußte der Rück-zug hinter die Weichsel fortgesetzt werden. So fortdauernde Un-glückofälle wurden in Napoleons Kabinet nicht als unausbleib-liche Resultate des rasenden Vordringens nach Moskau, sondernals Folgen der Ungeschicktheit des jetzigen tberfeldherrn betrach-tet. Empört über solche kränkende Beleidigungen, verließ Joa-chim das q.eer und übergab dessen Oberbefehl dem Prinzen Eu-gen Beauharnois. Napoleon ließ nun sogar öffentlichJoachim beschimpfen, indem der Monrteur erklärte: der Königvon Reapel habe gar die Fähigkeiten eines Feldherrn nicht, der eingroßes Heer befehligen sollte! Dieser leidenschaftlich-unvernünf-tige Ausfall der gegen sich selbst wüthenden Raserei eines vomGlück bis dahin verwöhnten Despoten zerriß das schon früher durchHerrscher-Starrsinn locker gewordene Freundschaftsband zwischenden verschwägerten Monarchen. Zwar kam Joachim noch einmal