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Fünfter Band. Von I bis L.
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Joachim Mural Johann Friedrich 221

zurück, um an dem großen Kampfe gegen Napoleons Gegner in'Sachsen Theil zu nehmen; daran scheint aber einzig die noch nichtganz beschwichtigte Furcht vor scharfer Ahnung, wenn der Welt-despot im Kampfe oben bliebe, die Ursache gewesen zu seyn. Alsdiese Furcht beschwichtigt, die französische Macht durch die Völker-schlacht bei Leipzig völlig gebrochen, die Trümmer des Heers schimpf-lich über den Schein gejagt, und der Rhein selbst von den allürtenHeeren überschritten war, bewährte sich durch Joachims Abfall,die alte historische Wahrheit von neuem: daß ein Tyrann, der Al-les, was Menschen werth und heilig ist, mit Füßen tritt, noch niein der Roth (wo das Gefühl der Furcht vor ihn schwieg), einentreuen Freund gehabt; daß vielmehr seine Schmeichler und dieGeschöpfe seiner monströsen Macht selbst, gewöhnlich die ersten sind,welche ihn verlassen und anfeinden. Joachim trat in Unterhand-lungen mit England, und diese gediehen bald dahin, daß man ihmNeapels ruhigen Besitz verhieß, wenn er entscheidend mitwirkenwolle, Napoleons Macht aus Mittel- und Ober-Italien zu entfer-nen. So haben wir in unsern Tagen das Unerhörte gesehen! I 0 a -chim bemächtigte sich mit neapolitanischen Truppen des Kirchen-staats und des ehemaligen Toscanas und rückte gegen das König-reich Italien vor, als die Einnahme von Paris auch in Italienbald Waffenruhe herbeiführte. Er ist seitdem nach Neapel zurück-gekehrt, und seine Truppen haben die besetzten Lander Italienswieder geräumt rr.

Löcher, Christian Gottlieb, ward am a 5 . Jul. 1694 zu Leip-zig geboren, studirte daselbst seit 1712 Medicin und Theologie, undhielt dann von 1714 philosophische Vorlesungen, in welchen er sichals Verbreiter der Wölfischen Schule auszeichnete. Im I. i/Zc,erhielt er die Professur der Philosophie und 17Z2 auch der Ge-schichte, ward 1742 Universitätü-Bibliothckar, und starb daselbstam 10. Mai 175g. Sein allgemeines Gelehrten-Lexicon, Lpz. 1760,in vier Quartbänden, behauptet sich, seiner Unvollkommenheitcnungeachtet, noch jetzt als ein sehr brauchbares und reichhaltiges Re-pertorium. Adelung hat dies Werk (Lpz. 1784, zwei Quartbande)bis zum Buchstaben I ergänzt, und jetzt wird dasselbe vom Predi-ger Rotermund in Bremen fortgesetzt.

Johann von Leiden, der Schneiderkönig, s. Wiedertäufer.

Johann Friedrich, Churfürst von Sachsen, wurde zuLor-zau im I. i 5 c>Z geboren, und genoß unter der Aufsicht seines Ba-uers, Johann's des Beständigen, eine sehr gute Erziehung. Ecliebte vorzüglich das Srudium der Geschichte, und verfertigte selbstmehrere historische Aufsätze. Seine Regierung zeichnete sich durcheine Menge unangenehmer Vorfälle aus, und ward für ihn eineQuelle unzähliger Mühseligkeiten und Gefahren. Au seinen hef-tigsten Gegnern gehörte Kaiser Carl derFünfte und dessen BruderFerdinand. Der Churfürst harte sich lange ^eit geweigert, diesen" - römischen König anzuerkennen, und dadurch seinen Haß

«uf sich gezogen. Als Haupt des schmalkaldischen Bundes beför-derte zzohann Friedrich die gute Sache der Protestanten, ließ i»seinen eigenen Landen eine Kirchenvisitativn anstellen, züchtigte den«»ruhigen Herzog Heinrich von Braunschweig, überfiel endlich den»nt einem Heer, nachdem er sich von seinen geheimenu gegen die Protestanten überzeugt hatte, und würde ihndieueicht g«r in seine Gewalt beksmmen haben, wenn er nicht mit