Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
223
JPEG-Download
 

Johann Adolph ssz

überwiegender Macht die Hessen überfallen hatten, zurückschlug undmehrere Fahnen erbeutete. Gleichergestalt zeichnete er sich bei denSchlachten von Turin (1706), bei der Einnahme Mailands, der Ex.pedition von Loulon und bei der Eroberung von Susa zu seinemVortheile aus. Als im Jahre 1703 Frankreich seine ganze Machtnach Flandern gezogen hatte, eilte Adolph dahin, wohnte der Be-lagerung und Einnahme von Ryffel bei, half 170g auf dem Rück-züge Gent mit erobern, befand sich bei der Belagerung von Lour-nai, in der blutigen Schlacht bei Malplaquet (1709), so wie beider Eroberung von Mons. Der König von Polen, AugustII. hattebei der Belagerung von Ryssel, wo er mit zugegen gewesen war,Adolphs Tapferkeit und militairische Talente kennen gelernt undbot ihm jetzt die Stelle-eines Generalmajors in seiner Armee an.Mit Vergnügen folgte er diesem Rufe, und trat im 1.1710 inchur-fürstlich-sächsische Militairdienste. Carl XU. hatte zu Wender denbekannten Reutralitäts-Tractat gänzlich verworfen und ließ vonPommern aus Sachsen bedrohen. Als nun die sächsischen Trup-pen in Verbindung mit russischen 1711 den Schweden in das schwe-dische Pommern entgegenrückten; so erhielt Adolph den Befehl, mitden unter ihm stehenden Dragonern und dem Flemmingschcn In-fanterie-Regiments die Insel Usedom und die penemünder Schanzewegzunehmen, welches er auch am 26. Oct. 1711 ausführte, indemer die darin befindliche Garnison zu Gefangenen machte und sichauch den ganzen folgenden Winter daselbsi behauptete. Von hieraus begab er sich wieder zu der vereinigten ärmee vor i-tralsundund hatte kurz darauf das Glück, Peter l., welcher auf dem Punctestand, beim Kundschaften von den aus der Festung ausfallendenSchweden abgeschnitten zu werden, mit einer Abtheilung Drago-ner aus dieser Gefahr zu befreien. In der blutigen Schlacht, wel-che am 20. Dec. 1712 zwischen dem Grafen von Steinbock und derdänischen Armee bei Gadebusch geliefert wurde, warf Adolph, wel-cher zu den Dänen hatte stoße» müssen, viermal die feindliche Rei-terei, wurde darauf am Schenkel verwundet, hieb sich aber dennoch,obgleich von allen Seiten umringt, durch die Feinde. Run verfolgteer den Grafen Steinbock, der sich nach Tönningen zurückziehenwollte, mit dem verbündeten Heere, und zwang ihn, sich am 26.Mai 1715 zu Kriegsgefangenen zu ergeben und die Festung Lön-ningen zu räumen. Nachdem er nun noch die Unruhen, welche inLitlhauen wegen Verpflegung der sächsischen Truppen ausgebrochenwaren, schnell und glücklich beigelegt hatte, wurde er kurz daraufvon dem Könige von Polen mit dem polnischen weißen Adlerordenbeehrt und am 2Z. Mai 1714 zum Generallieutenant der Kaval-lerie ernannt. Polen befand sich fortwährend in beständiger politi-scher Gährung; besonders war der feste Ort Zamosa der Hauptsitzder Zusammenkünfte der Mißvergnügten. Johann Adolph wurdedahin beordert und trieb sogleich auf seinem Marsche einen SchwärmRebellen aus einander und trug das Meiste dazu bei, daß sich Za-mosa mit vielen der angesehensten Polen, die sich darin befanden,am 28. Dec. 1715 ergeben mußte. Als er kurz darauf bei eineranderweitigen Unternehmung gegen die Polen von diesen heftig an-Legriffen wurde, schlug er den Feind zurück, nahm ihm alle seineKanonen und den sämmtlichen Proviant ab und machte viele Ge-fangene. Nachdem nun am 3o. Jan. 1717 durch den unterzeichne-ten Lractat die Ruhe in Polen wieder hergestellt war, ging I»-