Johann Adolph Johann (Bapt. Jos.) 225
Herzog Adolph übernahm, auf Verlangen des damaligen Kurfür-sten von Sachsen, das völlige Kommando über die in Böhmen ste-hende sächsische Armee. Nach dem 1742 zu Breslau geschlossenenFrieden marschirte er nach Sachsen zurück und wandte in diesem undden folgenden Jahren Alles an, die Armee in einen guten Zustandzu versetzen. Der zweite schlesische Krieg rief 1744 den Herzog vonneuem ins Feld und er brach mit 20000 Mann auf, um sich mit:den kaiserlichen Truppen in Böhmen zu vereinigen. Seine schwäch-liche Gesundheit, so wie der üble Ausgang der Schlacht bei Will-dorf, veranlaßten ihn, 1746 nach Meifsenfels zurückzukehren, wo exzu derselben Zeit von Seiten Englands mit dem Orden des blauenHosenbandes beehrt wurde. Hier wird der schicklichste Ort seyn,einige Züge seines Charakters, wie er von einem seiner alten Die-ner geschildert worden ist, zu entwickeln. Ein tief eindringender,viel umfassender Geist, eine seltene Gabe, verwickelte Geschäfte zudurchschauen und aus einander zu setzen, Muth in den äußerstenGefahren, verbunden mit einer außerordentlichen Kaltblütigkeit undGegenwart des Geistes, ein philosophisch und zugleich religiös ge-bildeter Sinn; alle diese Borzüge befanden sich bei dem Herzogein einem seltenen Vereine. Lage und Nächte schlaflos und nüch-tern, so fand ihn oft das Heer und der Staat. Die sich immergleiche Ruhe seines Gesichts verbarg eine feurige gcschäfftig« Seele,einen fruchtbaren, nie zu ermüdenden Geist, gewöhnt, im Glück undUnglück sich immer gleich zu bleiben. Höflichkeit, edler Anstandund Leutseligkeit, herablassende Güte gegen Vornehme und Geringeverbreiteten eine gewisse Grazie über sein ganzes Wesen. Rochrühmen seine Unterthanen diesen seltenen Verein von Fürstentu-genden. Liebe und Thränen des Danks glänzen in den Augen desGreises, wenn er seiner gedenkt. Mit einem freundlichen Gruß(dies ist der Ausdruck jenes alten Dieners), mit einer lächelndenMiene bemächtigte er sich des Herzen jedes seiner Unterthanen,dessen wichtigere oder geringere Anliegen er mit gleich gewissenhaf-ter Sorgfalt abwog. So konnte es nicht fchl'en, daß, während ei-ner zehnjährigen Regierung das so sehr zu Grunde gerichtete Landsich nach und nach wieder erheben mußte, besonders, da er durchdie strengste Sparsamkeit das wieder zu ersparen suchte, was seineVorfahren vergeudet hatten. Fast alle alte Schulden waren be-zahlt, die Finanzen des Landes hoben sich und die Ersparnisse desHerzogs singen an, sich bedeutend zu mehren. In dieser für dasLand so glücklichen Lage überraschte den Herzog auf der Messe zuLeipzig am 16. Mai 1746, im sechzigsten Jahre seines Lebens undim zehnten seiner Regierung, als er eben von der Mittagstafelaufgestanden war, plötzlich der Tod. Seine Gemahlin starb 177Szu Langensalza, und gerade nuo für sie war noch Raum in dernun aus immer geschlossenen Gruft im Schlosse zu Weissenfels.Johann (Bapt. Joseph) Erzherzog von Oesterreich, Rittergoldenen Vließes, Großkreuz desTheresien-undLeopoldsordens,General der Kavallerie w., Bruder des Kaiser Franz, geboren den20. Juni 1782. Er ist nicht nur Schätzer und Beförderer der na-^lrhistorjschen Wissenschaften, sondern besitzt auch ausgezeichneteKenntnige in denselben. In Gräz stiftete er ein Nationalmuseumfür Jnnerösterreich, das aus mehrern Gegenden des Landes schätz-bare Beitrage an Naturalien-Urkunden, Alterthümern und andernllterarischen Schätzen erhielt, und gegenwärtig von ihm den N«-C-"w.kex. (N.rlufi.) V. iZ