Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Joha'im Sobieski Johann ohne Land 227

Hierauf folgte eine Predigt, zu welcher der Priester folgendenText wählte: „Es ward ein Mann von Gott gesandt, mit Na-men Johann " Dieser Text war schon einmal auf einen Kaiser,von Constantinopel Mnd späterhin auf Johann von Oesterreich,nach dem Siege bei Lepanto, angewandt worden. Uebrigens fandSobieski in den Zelte» der Türken mehrere Tausende von Duca-ten, welche er seiner Gemahlin übersandte und ihr dabei schrieb:„Du wirst nicht von mir sagen, was die tartarischcn Weiber, wennsie ihre Männer mit leeren Händen aus dem Kriege kommen se-hen, von den ihrigen sagen: Ihr seyd keine Männer: denn ihrkommt ohne Beute zurück." Als er im I. 16g? von einer Krank-heit, die gefährlich schien, befallen wurde; so hatte er den Kum-mer, den Samen der Zwietracht, welchen damals eine Könrgswahlin Polen gewöhnlich hervorzubringen pflegte, ausgestreut zu sehen.Die Feinde von außen vereinigten sich mit den Parteien von in-nen. Sobieski war nicht mehr im Stande, den Unruhen vorzu-beugen und der Augenblick nahte heran, wo er mit dem Lebenauch den Thron vomieren sollte. Die Königinn wünschte, er möchtesein Testament machen, wagte jedoch nicht, es ihm zu sagen undbeauftragte einen Bischofs, ihm ihren Wunsch zu erkennen zu geben.Er verweigerte es standhaft und gab zum Grunde an, daß diesbei einer so feilen Station, wie der seinigen, die nur von Partei-wuth beherrscht werde, gänzlich ohne Wirkung sein würde. S»starb er ibg6 im drei und zwanzigsten Jahre seiner Regierung.Kaum hatte er die Augen geschloffen, als sich Haß und Neid miteinander vereinigten, sein Andenken zu schänden. Einige warfen ihmvor, er habe, trotz der Gesetze, die dem Könige verbieten, ei» Ei-genthum zu besitze», Ländereien angekauft; andre behaupteten, daßdie christliche Liguc, in welche er gegen die Türken getreten wäre,das Vaterland mehr als 200,000 Streiter gekostet habe. Wiederandere versicherten, er habe das Geld zu sehr geliebt und eine zugroße Neigung für kostspielige Reisen gehabt. Wahr ist es, nie-mals war ein Hof unstäter, als der seinige. Er und die Königinhatten auf keiner Stelle Ruhe; beide durchstreiften jedes Jahr Ruß-land von einem Ende zum andern und besuchten ihre Landgüter, wieganz gewöhnnche Edelleute. Doch ist dieser Fehler, wenn es ja ei-ner genannt werden muß, nicht im Stande, Sobieski's hervorragendeTugenden zu verdunkeln. Er liebte die Wissenschaften, redete meh-rere Sprachen und verdiente nicht weniger, seines sanften Charak-ters, als seiner angenehmen Unterhaltung wegc-n geliebt zu werden.Carl XII. besuchte sein Grab und rief aus, indem er Thränen überseiner Asche vergoß: „Ein so großer König hätte nicht sterben müs-sen." Seine drei Söhne hinterließen keine männliche Nachkommen-schaft.

Johann ohne Land, König von England, vierter SohnHeinrichs II., entriß im I. rigg seinem Reffen, Artus von Bre-tagne, die Krone. Als dieser drei Jahre später seinen Onkel wie-derum vom Throne stoßen wollte, ward er gefangen, in den Thurm^"^ouen gesperrt, und wie man sagt, von Johann mit eigner Handerstochen. Ganz Europa klagte den König Johann eines Mordeswegen an, den dieser an seinem eignen Steffen verübt hatte, und.onstanti», die Mutter des unglücklichen Prinzen, flehte bei Phi-lipp August um Gerechtigkeit für diese so schwarze That, die nichtallein in seinem Lande , sondern auch an einem seiner Vasallen ver-