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Fünfter Band. Von I bis L.
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Johann ohne Land Johannes der Täufer 229

Zugestand, als er sich Lurch die Unterwerfung gegen den Papst fürcutelirt gehalten hatte. Er klagte darüber, als über den größtenSchimpf, welchen man sein,er königlichen Würde zugefügt hatte.Uebrigens blieben die Barone des Reichs bei diesen Schritten gegenJohann nicht stehen, sondern riefen Ludwig, den Sohn Philipp Au-gusts, nach England und krönten ihn am 20. Mai 1216 zu Londonzum Könige. Johann gerieth darüber in große Verzweiflung, daßer, wie man sagt, bereit gewesen seyn soll, sich dem Saracenen-Könige Miramotai in die Arme zu werfen und die muhamedanischeReligion anzunehmen, unter der Bedingung, wenn Miramotai ihmzur gänzlichen Unterjochung seiner Feinde behülflich seyn würde.Nachdem er von Stadt zu Stadt, von Land zu Land flüchtig herum-geirrt war, erfuhr er ein neues Unglück, welches seinen Tod her-beiführte. Es wurden nämlich Lei dem Uebersetzen über einen Flußnahe bei Lyn in der Grafschaft Norfolk seine Edelsteine und seineKriegskaffe von den Wellen verschlungen. Er nahm sich diesen Un-fall so sehr zu Herzen, daß eine Unverdaulichkcit, die er sich durcheine zu große Menge von Pfirsichen zugezogen hatte, und die viel-leicht durch seine kummervolle Gemüthsstimmung noch vermehrtwurde, in ein hitziges Fieber ausartete, welches ihm am 16. Oct.1216 den Tod zuzog. Die Regierung dieses Königs macht eine be-deutende Periode in der Geschichte Englands. Obgleich die rnuKu-roimrtu die vorigen Gerichtshöfe nicht aufhob, auch eben so wenigeine neue Form in der Ausübung der Gcrcchtigkeitspflege herbei-führte; so veränderte sie nichts destöweniger nach und nach die Re-aierungsform Englands. Die Barone des Reichs befestigten, indemsie das Interesse des Volks mit dem ihrigen vereinigten, ihre Machtund schwächten dadurch das Ansetzn der Regenten selbst, die fortannichts weiter als die ersten Magistratspersonen eines freien Volksvorstellten. Uebrigens verdient von Johann noch das angeführt zuwerden, daß er nicht an die Unsterblichkeit der Seele glaubte undvon sich behauptete, es wären ihm gerade, nachdem er sich mit Gottund dem Papste ausgesöhnt habe, die größten Unglücksfälle zuge-stoßen. Auch pflegte er sich gewöhnlich der größten Scherze über dieReligion zu erlauben.

Johanna die Päpstin, s. Papste.

Johannes der Täufer wurde 6 Monat vor Jesu in einerder Mutter desselben verwandten Priesterfamilie in Judäa unterBorzeichen geboren, die ihn als ein von Gott zu besondern Zweckencrkornes Werkzeug ankündigten. Er wählte die strenge Lebensarteines Gottgewejhten und erlangte bei früher Gewöhnung an die ein-fachste Kost und Bekleidung durch einsames Forschen und ernstesEindringen in den Geist der heiligen Schriften die edle Unabhän-gigkeit und Geistesstärke, die ihn bei seinem Auftritt als Prophetzum Gegenstände der allgemeinen Bewunderung macht. Seine Lehrewar eine dringende Aufforderung zur Buße und Vorbereitung aufdas in Christo herannahende Gottesreich. Die in den Evangelienvon ihm aufbehaltnen Reden sind scharf und mächtig, überall kün-digt er sich als den Vorläufer des Größeren an, der nach ihm kamund erfüllt seine Bestimmung diesem den Weg zu bereiten mit ebenso viel Eifer als Selbstverleugnung und Demuth. Er hatte zahl-reiche Anhänger auf den Glauben an seine Lehre getauft und geradedurch den Contrast seiner rauhen Tugend gegen die Weichlichkeit sei-ner Zeit »«gemeines Ansetzn unter Hohen und Niedern erlangt, als