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Fünfter Band. Von I bis L.
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Johannes Parricida, auch Johann von Schwa-ben genannt, war nicht, wie in dem Artikel AlbrechtI. (s. d.Ygesagt worden ist, der jüngere Bruder, sondern der Neffe diesesKaisers. Selbst von sanfter, friedlicher Gemüthsart, hätte er dieUngerechtigkeit seines Onkels, der ihm Erbländer und Lehen vorent-hielt, vielleicht ohne Rache ertragen, wäre nicht sein Zorn von denFeinden des Kaisers, deren der erwähnte Artikel gedenkt, zur hel-len Flamme angefacht worden. Nach der vollbrachten blutigen Thatentflohen die Mörder; unter ihnen Johann, der, in Mönchstrachtgehüllt, Italien durchirrte, nirgends eine bleibende Stätte fandund sich endlich in eine solche Dunkelheit verlor, daß niemand wie-der etwas von ihm hörte. Einige behaupten, er sey als Augustiner-mönch zu Pisa gestorben, andere, er habe in der Gestalt eines un-bekannten Mönchs auf dem Stammgute Eigen in einem hohen Altersein Leben geendet. Zur Beglaubigung letzterer Angabe wird erzählt-es sey einstens, wenigstens 60 Jahre nach der Ermordung Al-brechts I., ein Ehrfurcht gebietender Greis von edler Gestalt, mitNamen Johann, auf jenes Stammgut gekommen, habe danebeneine Hütte erbaut, und endlich im Tode, der -368 erfolgt sey, sich alsden unglücklichen Johann von Schwaben zu erkennen gegeben. Spä-terhin will man zu Wien den Sohn desselben, Lathonius, als einenBlinden, am neuen Markte, betteln gesehen haben. Die übrigenMörder entkamen gleichfalls sämmtlich durch die Flucht, drei Knech-te ausgenommen, die aber, trotz der entsetzlichen Lodesmartern,welche man an ihnen verübte, nichts bekannten. Desto grausamereRache nahmen Leopold, der zweite Sohn des Kaisers, und beson-ders Agnes, seine Schwester, verwittwcte Königin von Ungarn, anden Verwandten und Freunden der Mörder. Diese wurden unterden entsetzlichsten Martern hingerichtet, ihre Burgen zerstört unddie Einwohner derselben zu Hunderten niedergemetzelt. Nachdemman endlich, besonders auf Agnesens Betrieb, mehr als -ooo un-schuldige Männer, Weiber und Kinder durch des Henkers Hand hin-gerichtet hatte, stiftete eben diese Agnes, in Vereinigung mit ihrerMutter Elisabeth, die gegen jene Unglücklichen nicht minder schreck-lich gewüthet hatte, auf dem Felde, wo Albrecht ermordet wordenwar, ein Mönchs- und ein Frauenkloster, welche beide mit ansehn-lichen Freiheiten, so wie mit beträchtlichen Gütern reichlich beschenktwurden. Die Geschichte Johanns von Schwaben hat zu einem Schau-spiele gleiches Namens Veranlassung gegeben, welches vor einigenund zwanzig Jahren häufig und mit großem Beisasse auf den deut-schen Bühnen aufgeführt worden ist.

Johannes Secundus, s. Secundus.

Johannisberg (oder Bischoffsberg), ein Pfarrdorfundschönes Bergschloß in einer herrlichen Gegend im Rheingau, ehemalszum Bisthum Fulda gehörig, ist wegen des vortrefflichen Rhein-weins berühmt, der daselbst wächst. Im Jahre -807 ward diesSchloß nebst seinen Besitzungen von Buonaparte dem MarschallKellermann geschenkt. Das Schloß selbst ist in den Jahren -722bis 17Z2 auf den Ruinen eines alten Klosters erbaut worden.

Lohanniter-Ritter (späterhin Rhodiser-Ritter,letzt gewöhnlich Maltheser-Ritter genannt,) heißen die Rit-ter des berühmten weltlichen Ritterordens, welcher zu Anfange derKreuzzüge, und bei Gelegenheit der Wallfahrten nach dem gelobtenLande,» im gelobten Lande gestiftet wurde. Ez legten nämlich