2Z2 Johanniter-Ritter
bereits im eilsten Jahrhundert Kaufleute aus Amalsi in Neapel eine,Kirche zu Jerusalem an, und bauten daselbst auch ein Mönchskloster,'welches sie Johannes dem Läufer widmeten. Die Mönche, welcheden Namen Johanniter- oder H o spital- Brüder führten,waren verpflichtet, Kranke und Arme zu verpflegen und die Wall-fahrenden gegen die Anfälle der Saracenen zu schützen. Diesergeistliche Orden, welcher nach und nach große Besitzungen erhielt,ward zu Anfange des zwölften Jahrhundeats von dem Ordensmei-stsr Raymund du Püy, mit Beibehaltung des Mönchsordens,zu einem weltlichen oder Ritterorden gemacht, dessen Pflichten, au-ßer dem Gelübde des Gehorsams, der Keuschheit und der Armuth,noch in der Vertheidigung der Kirche gegen die Ungläubigen beste-hen sollten. Auch theilte Raymund die sämmtlichen Ritter in dreiKlaffen, in Ritter (welche die Waffen führen mußten), in Ka-pellane (die eigentlichen Geistlichen) und in Serventi d'Armi(Waffenträger), welche letztere die Kranken verpflegen und die Pil-grimms begleiten mußten. Lange Zeit wußte sich der Orden durchTapferkeit und Einmütigkeit gegen die Waffen der Saracenen undTürken aufreckst zu erhalten; wurde jedoch endlich zu Ende des i-tenJahrhunderts aus Palästina vertrieben. Er eroberte darauf Cypern,verlor es aber wieder, und setzte sich zu Anfange des i-sten Jahr-hunderts auf der Insel Rhodus fest, in deren Besitz sich die Ritterfast über Jahrs behaupteten. Endlich aber vertrieb sie dertürkische Sultan Soliman II. i. I. i 5 or von dort, und nun gingensie anfangs nach Candia, sodann nach Venedig, Rom, Biterbo,vornehmlich aber nach Nizza, Villa Franca und Siracusa, bis ih-nen endlich Carl V. i. I. r 5 ?o die Insel Malta, nebst den InselnGozzo und Comino, unter der Bedingung eines beständigen Kriegesgegen die Ungläubigen und Seeräuber, zum eigenthümlichen Besitzeüberließ. Von dieser Zeit an wurden sie gewöhnlich Maltheser-Ri tter genannt. In diesem ihren neuen Besitzthume hatten sie»565 einen gewaltigen Angriff von den Türken auszustehen, weichejedoch mit großem Verluste zurückgeschlagen wurden. Sie setztendarauf die Seekriege mit den Türken noch bis in die neueste Zeitfort, und nur durch Tapferkeit und standhaften Muth in verschiede-nen heftigen Streitigkeite.-. mit der Pforte, ist es ihnen gelungen,sich vom Untergänge zu retten. Doch wären sie i. I. 1760, ohnefranzösische Bermittelung, von den Türken wahrscheinlich gänzlichbezwungen worden. Seitdem wurden sie von jenen für sehr »»be-deutende Feinde gehalten, und ihre Streitigkeiten zur See sind nichtselten wahre Spiegelgefechte gewesen. Die innere Einrichtung desOrdens, der auch jetzt der Malthescr-Orden genannt wird,und beinahe durch ganz Europa, wo er allenthalben große Besitzun-gen hatte, verbreitet war, bestand in Folgendem. Das Oberhauptdesselben, welches Großmeister des heiligen Hospitalszu St. Johann von Jerusalem, und Guardian derArmee Jesu Crjsti hieß, residrrte zu La Valetta, auf der InselMalta, harte fürstliche Würde und bekam von auswärtigen Mächtenden Titel KltorrL OininentisLim,'». Er erhielt jährlich 6000 Scudraus der Ordenükammer, nebst allen Gefallen von den Inseln Malta,Gozzo und Eomino, so daß seine jährlichen Einkünfte vielleicht nahean eine Million Gulden betragen mochten. Die weltliche Machtlag größtrnthe.ils in seinen Händen; doch war er auch hierin von denVorstehern der verschiedenen ZuiM» (Bezirke) beschränkt, wclche-.Gesctze