Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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2Z4 Iohanniter-Ritter Johnson (Benjamin)

in der letzten Zeit sehr wenig mehr beobachtet; ja, durch den Frie-den von Amiens hob man sogar alle Feindseligkeiten gegen die Tür-ken gänzlich auf. Die Kleidung der Ritter bestand in Fried'ns-Aeiten in einem langen schwarzen Mantel; auf der linken Brusttrugen sie ein achteckiges weißes, und mitten auf derselben ein gol-denes Kreuz; im Kriege waren sie mit einem rothen Gürtel undeinem silbernen Kreuze geschmückt. Blos in geistlichen Sachen warder Orden dem Papste unterworfen, in allen weltlichen Dingen be-saß er eine vollkommene Souveränität. Die Seemacht desselben be-stand 1770 aus 4 Galeeren, 3 Galeotten, 4 Schiffen von 6r,, unds Fregatten von 36 Kanonen, so wie aus verschiedenen kleinenFahrzeugen. Was die neue Geschichte des Ordens anbetrifft, somuß darüber in der Kürze Folgendes gemeldet werden. NachdemMalta am 8- Jun. 1798 unvermuthet von Buonaparte angegriffenworden war, ergab sich die Insel fast ohne Widerstand durch Ca-pitulativn, kraft welcher dem Großmeister, Baron von Hom-pesch, der späterhin 1804 zu Montpellier im basten Jahre gestor-ben ist, bis zu anderweitiger Entschädigung, jährlich 3 c>c>,ooo Fran-ken zugesichert wurden. I. I. 1800 eroberten jedoch die englischenFlotten die ganze Insel durch Hunger, und seit dieser Zeit befindetsie sich in den Händen Englands. Im Frieden von Amiens (i8or)wurde zwar bedungen, daß die Insel dem Orden, unter der Aufsichtund Garantie einer neutralen Macht, wiedergegeben werden sollte;da aber die Engländer für die Zukunft einen abermaligen Einflußder Franzosen auf Malta, und durch diesen die Zerstörung ihresHandels nach Ostindien befürchten mußten; so blieben sie fortwäh-rend im Besitz derselben, und der 26. Artikel des Entschadigungs-plans und Reichsdeputations-Receffes vom 25. Febr. i 8 o 3 blieb ohneWirkung. In der Zwischenzeit wählte der Orden den russischenKaiser Paull., der jene Capitulation von 1798 für verräthe-risch erklärt, und die Johannitcr-Ritter in Schutz genommen hatte,am r6. Dec. 1798 zum Großmeister. Diese Wahl fand vielen Wi-derspruch , selbst bei dem Papste, und der neue Kurfürst von Pfalz-bayern, Maximilian Joseph, hob gar am 21. Febr. 1799, um denStreitigkeiten mit Rußland auszuweichen, in seinen Staaten denOrden gänzlich auf. Nach dem Tode Pauls I. ernannte der Papst,am g. Febr. i 8 o 5 , den Jtaliäner Tommiisi, und als dieser eben-falls mit Tode abgegangen war, das Großcapitel sogleich denBailli Caracciolo zum Großmeister. Bor der Revolution schätzteman die Anzahl aller Ordensritter auf 3 ooo. Das Wappen desGroßmeisters bestand in einem silbernen, achteckigen Kreuze, im ro-then Felde, oben mit einer herzoglichen Krone, aus welcher sichein Rosenkranz um das Wappenschild schlängelte, mit einem unten-hängenden kleinen Kreuze und den Worten: ikro biäo (für denGlauben).

Johnson (Benjamin), gewöhnlich aber Benjohnson ge-nannt, ward 1574 aus einer alten schottischen Familie geboren.Da sein Bater ihm kein Vermögen hinterlassen hatte, nahm erKriegsdienste und zeichnete sich in den Kriegen in Flandern aus.Nach dem Frieden widmete er sich dem Studium der schönen Künste,und brachte es darin, besonders aber in seinen theatralischen Pro-duktionen , so weit, daß man ihn gleichsam, mit wie vielem oderwenigem Rechte, gehört nicht hierher, für den Wiederherfteller,oder vielmehr für den Gründer des englischen Theaters hält. Er