Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Johnson (Benjohnson) Johnson (Samuel) 2Z5

besaß ein so bewunderungswürdiges Gedächtniß, daß er ganze Werke,ohne anzustoßen, aus dem Gedächtnisse hersagen konnte, und standzu seiner Zeit in England in einem solchen Ansetzn, daß man seinenLeichenstein mit der Inschrift: ,,O seltner Benjohnson" schmückte.Uebrigens war er ein jüngerer Zeitgenosse, und sogar NebenbuhlerShakespears, und starb i. I. 16Z7. Um ein Urtheil über ihn zufallen, können wir uns der eignen Worte Wilhelm Schlegels bedie-nen, die competent seyn dürften. Benjohnson war ein dramatischerSchriftsteller, der im Schweiße seines Angesichts, aber mit gerin-gem Erfolge, das englisch- Schauspiel nicht romantisch, sondernnach dem Muster der Alten'auszubilden strebte. Er fand an Sha-kespeare einen bereitwilligen Aufmunterer seiner Talente. Seinerstes, wiewol noch ziemlich unvollkommenes Stück: innre

in kis liunicrnr (Jedermann in seiner Laune), wurdedurch Shakespear's Fürsprache auf die Bühne gebracht, und andessen Sezanus legte dieser sogar selbst Hand, ja, er übernahmin beiden sogar eine Hauptrolle. Äies vergalt ihm Benjohnsonschlecht: bei jeder Gelegenheit überhob er sich gegen Shakesspearemit seiner Schulgelehrsamkeit, der einzigen Seite, wo er wirklicheinen Borzug vor ihm hatte. Trotz dem sielen seine Stücke entwe-der ganz und gar durch, oder sie erhielten doch nur einen geringenBeifall neben der erstaunlichen Popularität Shakespeare's. Ben-johnson besaß wirklich einen sehr gründlichen Verstand; er war sichbewußt, daß er die Kunst mit Ernst und Eifer ausübe; daß ihmaber die Natur die Grazie versagt hatte, ahnete er freilich nicht.Somit war er recht eigentlich zum kritischen Dichter gemacht, imguten und im bösen Sinne des Worts: es gelang ihm meistens inderjenigen Gattung , woran der Verstand den größten Antheil hat,am besten. Man hat von ihm zwei tragische Versuche, SeZanuSund Catilina, dreizehn Lustspiele und eine Menge sogenannterMasken. Der Tragödie entsagte er nach dem mislungencn Versuchemit den beiden so eben erwähnten; dagegen widmete er sich destoeifriger dem Charakter-Lustspiele, in welchem er aber mehr ernst-haft spottet, als zu Lachen macht; es zeigt sich mehr Beobachtungs-gcist, als Phantasie darin. Außer oben erwähntem: Jedermannin seiner Laune, sind noch zu merken: Jedermann außerfeiner Laune; Velpone; der Alchymist; Epicoene, oderdas stumme Mädchen, und der dumme Teufel. SeineMasken sind allegorische GelegcnheitSstücke, eine Gattung, die mitBenjohnson beinahe wieder ausgestorben ist. Späterhin hat nurnoch der Comus von Milton in derselben einigen Ruhm erlangt.Benjohnsons Werke sind 1716 in 6, und 1767 in 7 Octav-BLndenzu London im Drucke erschienen.

Johnson (Samuel) wurde am 18. Sept. 170g zu Lichtficldin Staffordshire geboren, und verrieth frühzeitig außerordentlicheGeistesfahigkeiten. Die alten Klassiker, doch mehr die römischenals die griechischen, machten den vornehmsten Gegenstand seiner frü-hern Studien aus, unb mehrere Uebersetzungen aus dem Homer,Horaz, Virgil u. s. w., welche er damals verfertigte, verrathennicht gemeine Sprachkenntnissr, und viel dichterisches Genie. Spä-terhin zeichnete er sich auf der Universität zu Oxford, welche er1728 bezog, durch eine meisterhafte Uebersetzung des popischenMessias, in lateinischen Hexametern, als ein sehr fähiger Kopf aus.Ein Anfall von Hypochondrie, der ihn besonders i. I. 172g be-