Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Josephus Flavius Zourdan 251

sten Jugend einen nicht gewöhnlichen Scharfsinn zu erkennen. Soward er späterhin die Zierde der pharisäischen Secte, zu deren An-hängern er sich bekannte. Zu Rom, wohin er eine Reise unternom-men hatte, wußte er sich die Gunst Nero's und der Kaiserinn Poppeazu verschaffen. Als er nach Judäa zurückgekehrt war, ward ibmdort das Commando der jüdischen Armee übertragen, worauf ermit Muth, Kenntniß und Entschlossenheit in der Bestung Jotapatwährend 7 Wochen von Bcspasianus und Titus eine Belagerungaushielt. Vielleicht hätten sich diese noch endlich gezwungen gesehen,die Belagerung aufzuheben; wenn nicht die Bestung selbst am i.Jul.6g durch Verräthcrei eines Juden erobert worden wäre. 40,000Einwohner wurden niedergehauen und rroo zu Gefangenen gemacht-Josephus batte sich in einer Höhle versteckt, wo er jedoch bald ent-deckt und Bespasian ausgeliefert wurde. Dieser wollte ihn so ebendem Nero übersenden, als es, wie man sagt, Josephus gelang,durch die Prophezeiung, daß Bespasian noch einst Kaiser werdenwürde, sich dessen Gunst zu verschaffen und in Freiheit gesetzt zuwerden. Dieß bewog ihn, als er mit Titus zur Belagerung vorJerusalem gezogen war, seine Landesleute aufzufordern, die Gnadeder Römer anzuflehen und sich diesen zu ergeben: weit entfernt aber,daß die Juden diesen weisen Ermahnungen hätten Gehör geben sol-len, belohnten sie ihn einstens, wo er nahe unter den Mauern derStadt sich mit ihnen unterredetc, mit einem Stcinwurfe, der ihn fasttodt zur Erde streckte und ihn den Juden überliefert haben würde,hätten die Römer nicht schleunig Anstalt gemacht, ihn den Hände«seiner wüthenden Landesleute zu entziehen. Nach der EroberungJerusalems begleitete er den Kaiser Bespasian 71 nach Rom, wo ersowol von diesem, als von dessen Sohne und Nachfolger Titus mitAuszeichnung behandelt wurde. Aur Dankbarkeit nahm Josephus denFamiliennamen des Vespasianus, Flavius, an und schrieb daraufseine Geschichte der jüdischen Kriege in 7 Büchern zuvör-derst syrisch, dann griechisch, ein Merk, dessen lebhafter und edlerStyl es unter allen griechischen Geschichtsbücher, dem Livius amnächsten bringen, weswegen der heilige Hieronymus den Josephusauch den griechischen Livius nennt. Gleich dem Lateinische»Livius hat er, außer den Schönheiten desselben, auch seine Mangel:er ist nämlich zu weitschweifig in den Reden und zu übertrieben inden Erzählungen. Seine jüdischen Alterthümer in so Bü-chern'sind ebenfalls vortrefflich geschrieben; doch werfen die Christendiesem Werke vor, daß es theils die Wunder Christi entstelle,theils auch alles dasjenige unterdrücke oder mildere, was im Stan-de gewesen wäre, die sogenannten Heiden zu beleidigen. Als scharf-sinniger Politiker deutete er die Wahrsagung des Messias aus denKaiser Vespasianus. Seine zwei Bücher gegen Apion enthal-ten kostbare Fragmente von alten historischen Schriftstellern, undsind, wie der Titel besagt, gegen Apion, einen alerandrinischenGrammatiker und erklärten Widersacher der Juden gerichtet. Diebeste Ausgabe seiner Werke ist die von Havercamp, Amster-dam, 1726, in 2 Foliobänden, griechisch und lateinisch.

Jourdan (Jeau Baptist«), jetziger Reichsmarschall von Frank-reich, ward 1762 zu Limoges geboren, wo sein Vater ein Chirurgwar , und trat schon 1773 in das Militär, welches er jedoch ,784verließ um zur Handlung überzugehn, der er sich noch dein Ansangter Revolution gewidmet hatte. Er ward zum Chef der National-