Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Journale Joyeuse Entree 25z

nach Rouen zurückzog, wo er sich im März 1814 schnell für Lud-wig XVIll. und die neue Ordnung der Dinge erklärte.

Journale. Mit dem Worts Journal bezeichnet man theilsein Tagebuch überhaupt, theils insbesondere ein Tagebuch über Aus-gaben und Einnahmen jeder Art, am häufigsten aber im gemeinenLeben periodisch erscheinende Blätter aller Art. Unter den europäi-schen Ländern find es hauptsächlich drei, in denen dieser Zweig derLiteratur vorzügliche Unterstützung findet, England, Deutschland undFrankreich. In dem erstgenannten Lande find es vornehmlich politi-sche Zeitschriften, die dort lebhaften Beifall finden und wenn sichgleich die Zahl der Journale dieser Art,. die in Frankreich nie sehrgroß war, in Deutschland in den Jahren der französischen Tyranneibeträchtlich verminderte, indem selbst einige der gelehrtesten Zeit-schriften ihrer Freimüthigkeit und Wahrheitsliebe wegen unterdrücktwurden, so zeigt doch die große Zahl neu entstandener und glücklichmit einander wetteifernder politischer und sonstiger gemeinnützigerBlätter, die seit der Befreiung von Deutschland allgemein verbrei-tet sind, daß der Gcmeingeist der Deutschen keineswegs erloschen,sondern nur dessen Aeußerung einige Zeit durch durch die Schrecknisseein,r tyrannischen Gewalt unterdrückt war. Der Nutzen der Jour-nale ist mannigfaltig beurtheilt. Freilich läßt sich nicht wohl leug-nen, daß sie durch ihre Menge und die Mannigfaltigkeit der darinvorkommenden Gegenstände leicht von ersthaftem Betreiben der Wis-senschaften abziehen können, daß Gewöhnung an Journallehrerei ei-nen Widerwillen gegen angestrengte wissenschaftliche Beschäftigunghervorbringt, daß dadurch endlich eine höchst verderbliche Seichtigkeitallgemein verbreitet werden kann, so wie z. B. in Frankreich, dieBildung eines beträchtlichen Theils der sogenannten großen Welt,sich nur auf das Lesen einiger Journale beschränkt. Dagegen mußman sich aber auch durch das so oft gehörte Geschrei gegen Zeit-schriften nicht verführen lassen, den großen Nutzen zu verkennen, denInstitute dieser Art, (wobei jedoch kaum bemerkt zu werden braucht,daß hier nur von den besseren die Rede ist,) gehabt haben und im-mer haben können. Es ist unstreitig keineswegs in Abrede zu stel-len, daß durch dergleichen Journale zur allgemeinen Verbreitung ei-ner gewissen Cultur unter allen Klassen der Nation sehr thätig ge-wirkt worden, daß dadurch manche gemeinnützige Kenntnisse irrUmlauf gekommen und der öffentliche Geist oft auf eine sehr kräfti-ge Weise geweckt und geleitet worden sei. So dienen bekanntlichZeitschriften und Journale in England, so gegenwärtig in Deutsch-land. Daß sie freilich aber auch zur Verkehrung des öffentlichen Ur-theils , zur Verbreitung irriger und abgeschmackter Meinungen miß-braucht werden können, das hat leider das Beispiel von Frankreichnur zu sehr bewiesen. 6 . 2 .

Jouy, ein Flecken mit Soo Einwohnern und einem schönenSchlosse nebst Park, an der Bievre, nicht weit von Versailles, istwegen der dortigen Cattunfabrik berühmt, welche 1200 Arbeiter er-nährt. Diese Fabrik ist im I. 1760 von Oberkampf gegründet undhat nach und nach ihre jetzige Vollkommenheit erreicht. Der Cattun,welcher aus derselben hervorgeht, empfiehlt sich besonders durch seineschönen und dauerhaften Farben und ist fast durch ganz Europaunter dem Namen: 'koiles cie llouz-, bekannt.

Joyeuse Entree hießen ehemals die wichtigen Privilegiender Stände von Brabant und Limburg, mit Einschluß von Ant-