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Fünfter Band. Von I bis L.
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2Z4 Jubiläum Jude

werpen. Mit Namen: lo^euss Lnträs (freudiger Einzug),erhielten diese Privilegien daher, weil die Herzöge sie bei der Hul-digung vor dem feierlichen Einzüge in die Residenz beschwören muß-ten. Ihr wichtigster Punct war, daß, sobald der Herzog versuchenwürde, eines jener Privilegien aufzuheben, kein Unterthan weiterzum Gehorsam gegen ihn verpflichtet seyn sollte.

Jubiläum, s. Jubeljahr.

Jubeljahr oder Halljahr (s. d. Art.) war in der jüdischenVerfassung jedes 5 nste Jahr, wo die veräußerten Güter wieder anihre alten Herren fielen. Die römische Kirche ergriff die Idee einersolchen allgemeinen VersLhnungsepoche und der Papst BonifaciusVIII. erklärte iöoc> das erste Jahr des neuen Jahrhunderts für einJubeljahr oder Jubiläum, in welchem alle, die nach Rom wall-fahrten und fromme Spenden bringen würden, einen großen Ablaßerhalten sollten. Der Gewinn, den der römische Stuhl davon zogund der Wunsch, daß jeder Christ es erleben möchte, bewog erstClemens VI. ,gZc> jedes 5 c>ste, dann Urban VI. iZZg jedes ZZsteund endlich Paul II. 1470 jedes söffe Jahr zu einem Jubeljahr zuerklären. Freilich wurden nun die Regierungen auf das viele Geld,das man in solchen Jahren nach Rom trug, aufmerksam, und Paulsah sich genöthigt, zugleich gewisse Kirchen in den verschiedenen Län-dern der Christenheit zu Gnadenstatten für diejenigen zu machen,welche nichr selbst nach Rom kommen konnten, jedoch nur unter derBedingung, daß der beste Lheil des Gewinns dieser Provinzial-jubiläcn in die römische Kammer floß. Die durch solche allgemeineAblässe gesammelten Gelder wurden bald zum Türkenkriegc, baldzum Bau der Peterskirche verwendet, und letzterer blieb seitdemi6ten Jahrhundert der stehende Verwand, unter dem man sie ein-trieb. Die Reformation, zu der eben das Ablaßunwesen den erstenAnstoß gegeben hatte, schmälerte indeß diese Einkünfte merklich »nddas Jubeljahr, das Benedict XIV. 17S0 ausschrieb, harre geringenErfolg. Feste von individueller Bedeutung sind die Jubiläen, welcheöffentliche Anstalten zur Bezeichnung der Jahrhunderte seit ihrerStiftung, Regenten und Beamte am Ziele einer öojährigen Amts-führung und Ehcleute durch ihre goldne Hochzeit feiern. Ein Jubel-jahr der allgemeinen Aussöhnung und Wiedererstattung ist das ge-genwärtige iZipte für alle europäischen Völker und wir hoffen, daßes durch den bald zu erwartenden Frieden diese Bedeutung erhaltenwird. L.

Juchten (Juften) sind eine Art von Leder, welches wegenseiner Feinheit, Geschmeidigkeit und Stärke, wie auch wegen desihm eignen Geruchs und der dauerhaften angenehmen Farbe, sehrbeliebt ist. Man vermuthet, daß die Kunst, dieses Leder zu berei-ten , von den alten Bulgaren, einem fleißigen und geschickten Vol-ke , erfunden worden sey. Jetzt werden die Juchten von den Russenzubereitet, Welche starken Handel mit denselben treiben. Der Rainesoll von Jufte (ein Paar) herkommen, weil bei der Zubereitungallemal zwei Häute zusammengenäht werden.;

Judäa, s. Palästina.

Jude, der ewige, ist eine poetische Person aus der altenWolkssage, deren Entstehung sich auf eine durch Ueberlieferung be-kannte Scene aus der Passionsgeschichte gründet. Als der Heilandauf seinem Leidensgange zum Richtplatzc, unter der Last des Kreuzeserliegend, auf einem Steine vor dem Hause des Juden Ahasverus,