Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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257
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Juden 257

Schiedsrichter ins Land. Pompejus, obwol voin Aristobul beschenkt,eroberte 6Z v. Chr. Judäa nach rönriscker Politik für den schwachenHyrcan. Durch dnsten Lusgang des Streites fällt das Gebäude derneuen jüdischen Freiheit zusammen. Jerusalem verliert 'eine Mauern,das Reich die neuen Eroberungen, die Nation ihre Unabhä- giakeitund die Familie der Hasmonäer (Erlauchte, wie die Mekkabäergenannt wurden) den königlichen Titel. Hyrcan wurde Hohenpriesterund Ethnarch und jeder Jude den Römern zinsbar. Umsonst versu-chen Aristobuls Söhne durch neue Empörungen den vorigen Zustandwieder herzustellen, die römische Uedermacht hält das Volk in Fes-seln, und ein falscher Freund Antipater aus Jdumäa drängt sich als»ömischer Prokurator in Hyrcans Familie ein, um sie zu stür-en.Denn während die Hasmonäer nach Selbftständigkcit streben w^irbtHerodes Antipaters Sohn in Rom für sich um das Reist). Ankigo-nus, Aristobuls II. Sohn, der sich mit Hülse der Pavthcr S Jahrein Jerusalem behauptet hatte, wird 35 v. Chr. von dem neuenKönige Herodes verjagt und auch der letzte Hasmonäer hingerich-tet. Die Regierung dieses fremden Königs, der nur, weil er sichunter vielfältigen Unruhen aufrecht erhielt, den Beinamen des Gro-ben bekam, brachte der Ration keinen Vortheil. Bei der Zweideu-tigkeit seines eignen Glaubens wurden die an ihm hängenden Gro-ßen gleichgültiger gegen ihr altes Heiligthum, und die Mordthaten,die er an seiner eignen Familie verübte, so wie die fortdauerndenBedrückungen der Römer konnten dem Volke nur das Gefühl einesallgemeinen Unglücks einflößen. Dabei artete der Gottesdienst im-mer mehr in geistlosen Ceremoniendienst aus, und die Sittenlosigkeitdes Hofes verdarb Hohe und Niedre. So waren die Jude» und dasJudenthum beschaffen, als Christus geboren wurde. Herodes erlebtedies groß- Ereigniß noch, um seine letzten Tage durch den Mordder bethlehemitischcn Kinder zu beflecken. Aber weder er und seineseine Nachfolger, noch die Anschläge der Pharisäer vermochten dasSchicksal der Juden zu hintertreiben. Um den einzigen Trost, densie noch an den alten messianischen Weissagungen hatten, brachten siesich durch ihren Unglauben gegen den, der sie erfüllte. Unter denTchattenfürsten, die nach Herodes regierten, wurde das Land baldganz als römische Provinz behandelt, und von den Procuratorengepeinigt, in seinen religiösen Gewohnheiten gestört, brach das ge-reizte Volk 66 nach Chr. in eine Empörung aus, die mit dem gänz-lichen Untergänge des jüdischen Staates endigte. Titels eroberte dem7. Sept. 70 n. Chr. Jerusalem mit Sturm, der Tempel ging in Fcutrauf, die Stadt wurde geschleift, was von den Einwohnern nicht umkamzu Sclaven verkauft oder verjagt. Bei >10,000 Juden sollen währendder Belagerung und Zerstörung von Jerusalem das Leben verlorenhaben, und es giebt keinen Gräuel und keinen Jammer, den dasunglückliche Volk nicht in dieser Katastrophe erfahren mußte. Gleich-wol konnten die in den Gebirgen und auf den Trümmern zurückge-bliebnen Juden erst nach mehreren vergeblichen Empörungen gezwun-gen werden, das in eine unwlrthbare Einöde verwandelte Vaterland,zu verlassen. Die nun in alle Gegenden der Erde zerstreuten Ueber-reste hatten indeß Vortheile aus ihrer Seite, deren kein Volk beigleichem Unglück sich rühmen konnte. An ihrer natürlichen Verschla-genheit und Srwerbsamkeit, an der Energie ihres Religionseifcrsund an den literarischcn Schätzen ihrer heiligen Schriften besaßen sieein Eigenthum, das ihnen überall Eingang und Fortkommen ver-«»m>. L«r. M. IM.) V 17