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Fünfter Band. Von I bis L.
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258 Juden

schaffte und die Dauer ihrer Nationalität sicher stellte. Judengensffen(Proselyten die zum Judcnthume übergetreten waren) und alteGlaubensverwandte fanden sie in allen Ländern des römischen Reichsund im Orient bis an den Ganges, wo die im babylonischen ErilZurückgebliebenen sich zahlreich vermehrt hatten. Aegypten und dieganze Rordküste von Afrika war voll jüdischer Colonieen, und in denStädten Kleinasiens, Griechenlands und Italiens waren Lausendeim Besitze des Bürgerrechts. So wurden sie durch ihre Verbindungunter einander und durch ihre heiligen Bücher, ohne es zu wollen,Werkzeuge der Ausbreitung des Christenthums, das nur wenige vonihnen annahmen. Die römischen Kaiser zwangen sie auch nicht dazu.Unter dem Kaiser Julian durften sie sogar zu einem neuen Tempel-bau in dem von Hadrian unter dem Namen Kslis osxitolius wie-der aufgebauten Jerusalem Anstalten machen, und ob schon dieß Un-ternehmen mißlang, behielten sie doch an ihrem in Liberias wiedcrer-richtcten Sanhedrin und durch Patriarchate (Präsidentschaften desSanhedriiy, deren eines in Liberias für die westlichen Juden bisqnS, das andre in Babylonien für die östlichen bis 10Z8 bestand,feste Stützpuncte, und an ihren blühenden Akademieen im OrientPflanzschulen ihrer durch mannichsaltige Kenntnisse ausgezeichnetenLehrer (Rabbiner). Ein Werk derselben war die Sammlung derdurch Tradition fortgepflanzten Auslegungen und Zusätze zum altenTestament, welche um -oo vvm Rabbi Juda dem Heiligen veran-staltet und um 5 oo vollendet und unter dem Namen Talmud alsGlaubensnorm von den zerstreuten Judengemeinden angenommenwurde. Es verpflichtet sie, wo r- Mündige an einem Orte beisam-men wohnen, eine Synagoge zu errichten, und da der Opferdienstmit der Zerstörung des Tempels aufhören mußte, dem Gott ihmWäter durch eine Menge Gebete und kleinlicher Formalitäten in dutäglichen Lebensordnung zu dienen, welche als ein Hauptgrund ihmbeschrankten Religiosität zu betrachten sind. Während des Werfallsder Cultur in Europa blieben sie wegen ihrer Lehranstalten immerim Besitze einer gewissen Bildung, welche in der Verwirrung deruntergehenden und nach der Völkerwanderung neu entstehenden Staa-ten nicht nur ihre Eristenz sicherte, sondern ihnen selbst Einfluß undAnsetzn verschaffte. Sie bemächtigten sich des Handels der altenWelt und wurden als Darleiher und Unterhändler, ja nicht stlttuin wichtigen Aemtern den Fürsten und Großen unentbehrlich; undso häufige und schreckliche Verfolgungen auch seit dem /ten Jahrh,die Intoleranz der Christen über sie verhängte, sah man sie dochgerade in den Ländern und Zeiten, wo man am grausamsten gegensie gewüthet hatte, bald wieder emporkommen. Denn meist war ihrWucher und die Habsucht der Christen mehr als Religionshaß dieUrsache dieser Verfolgungen. Alles Unheil, jede Landplage und dieschrecklichsten Frevel wurden ihnen Schuld gegeben, um einen Bor-wand zu haben , sich durch ihre Hinrichtung oder Landesverweisungvon lästigen Gläubigern zu befreien und mit ihren Schätzen zu be-reichern. Ader durch ihr Geld und ihre Gewandtheit waren sie Wwichtig geworden, als daß sie nicht bei geistlichen und weltlichenHerren immer wieder Schutz und Aufnahme gefunden hätten. Amglücklichsten lebten sie unter den Muhamedanern und während dermaurischen Herrschaft in Spanion begann eine neue Blüthe ihresWohlstandes und ihrer Gelehrsamkeit. In den Städten von Frank-reich, Deutschland und Italien räumte man ihnen seit dem ute»

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