Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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«6o Luden Lugurtha

thropische Ideen zur Verbesserung ihrer bürgerlichen und moralischenZustandes kamen zur Sprache und auch zum Theil durch hen gutenWillen einiger Regierungen zur Ausführung; indeß mit geringemoft ganz verfehltem Erfolge. Nur der Ansässigkeit, die ihnen einigekleinere Fürsten zugestanden, mochten sie sich mit Dank erfreuen,am wenigsten schiene» sie aber geneigt, den Wucher zu lassen undnützliche Handwerke zu treiben oder gar in die Reihen der Kriegerzu treten. Doch diesem letzten Schicksale konnten sie im ZeitalterNapoleons nicht entgehen. Bon dem großen Sanhedrin, zu demer »8<i6 gegen 100 reiche Juden berief, ist zwar kein andrer Erfolgbekannt geworden, als daß diese Deputirten ihr Geld in Paris vekzehrten, auch erklärte ein kaiserliches Decret bald darauf nur dieje-nigen Juden für französische Bürger, die sich eines nützlichen Ge-werbes befleißigen würden, aber zur Conscription wurden sie den-noch alle gezogen. Ernstlicher waren die Fürsten des Rheinbundesbedacht, die Juden zu Staatsbürgern zu machen: die entehrendenBedingungen ihver bisherigen Existenz wurden aufgehoben, bürger-liche Rechte ihnen zuerkannt, zur Verbesserung ihres Cultus undihrer Schulen in Eassel sogar ein israelitisches Consistorium errich-tet, dessen am westphälischen Hofe beliebter Präsident Jacobssohnim I. 1810 mit vielem Gepränge die Einweihung eines neuen Ju-dentempels zuSeesen in Westphalen veranstaltete. Weniger schim-mernd, aber sorgfältiger und nachhaltiger sind die Verbesserungender jüdischen Schulen in Oesterreich, und im Allgemeinen schreitetdie jüdische Nation iu Europa ohne ihre Religion zu verleugnen jetztmehr als je einer Anschließung an christliche Titte und Bildung ent-gegen, während ihre Glaubensgenossen unter den Muhamedanernund Heiden noch die Barbarei ihrer Gebieter theilen und selbst indem einzigen bis diesen Tag bestehenden jüdischen Staate der Fa<lasch as im Westen von Habesch svergl. d. Art. Habesch) nachden Berichten neuerer Reisenden Rohheit und grobe Unwissenheitherrscht. L.

Juften, s. Juchten.

Jugurtha war der Sohn des Manastabal, eine« natürlichen(nach andern, rechtmäßigen) Sohns des Masiniffa, weichen diesermit einer Beischläferinn gezeugt hatte. AIs Neffe des Micipsa, derseines Vaters Bruder und, nach dem Masiniffa, König von Na mi-dien war, erhielt Jugurtha eine eben so sorgfältige Erziehung, wiedie beiden eigentlichen Söhne des Micipsa, Adherbal und Hiempsal.Auch besaß er Eigenschaften, welche ihm allgemeine Liebe und Ach-tung erwarben. Er war schön vqn Körper, voll männlicher Kraftund mit großen Talenten begabt. Statt sich den weichlichen Beschäf-tigungen der Jugend oder einem üppigen Leben zu überlassen, wandteer vielmehr seine Zeit dazu an, sich die einem Krieger nothwendigenKenntnisse und Geschicklichkeitcn zu erwerbe», worin er bald alleJünglinge seines Alters übertraf, weswegen ihm auch Micipsa an-fangs sehr gewogen war. Bald aber begann dieser, von einem stunternehmenden Geists, wie Jugurtha, für seine eigenen Kinder,die weit jünger waren, alles zu befürchten, und beschloß daher, ihnauf irgend eine schickliche Art sich vom Halse zu schassen und-ihn des-halb zu allerlei gefährlichen Unternehmungen zu gebrauchen. Soschickte er ihn, z. B., mit einer Armee den Römern zur Hülse ge-gen Numantia; aber hier gewann er durch seine Tapferkeit unddurch sein kluges Betragen die Achtung des Kriegsherr« und die