262 Jugurtha
Manne, der mit vielen Feldherrn-Lalenten die niedrigste Habsuchtverband, und es sich daher zum Zwecke machte, durch diesen Kriegseinen Beutel zu füllen. Anfangs führte er den Krieg mit vielemNachdrucke und eroberte mehrere Städte; bald aber ließ er sich mitJugurtha in Unterhandlungen ein, und bewilligte ihm endlich, alsJugurtha seine Schätze nicht gespart hatte, unerwartet sehr vör-theilhafte Bedingungen. Er behielt Rumidien und lieferte der Re-publik blos eine gewisse Anzahl Pferde, Elephanten und eine mä-ßige Geldsumme. In Rom war man sehr misvergnügt über diesenFrieden, und Jugurtha wurde beschicken, sich vor dem Richterstuhledes Volks zu stellen. Da man ihm sicheres Geleit versprochen hatte;so stellte er sich in Rom, wo es ihm gelang, einen der Volkstribu-nen auf seine Seite zu bringen. Als er sich daher vor dem Wolkeverantworten sollte, legte ihm der Tribun Stillschweigen auf, undso mußte das Volk aus einander gehen, ohne das ^Geringste beschlie-ßen zu können. Jugurtha trieb nun seinen Ucbermuth in Rom selbstso weit, daß er den Massiv«, einen unehelichen Sohn des Guluffa,Bruder des Mrcipsa, dem das römische Volk die Krone von Ru-midien zu ertheil, n geneigt war, meuchelmörderisch umbringen ließ.Da ihm sicheres Geleit versprochen worden war; so erhielr er blosBefehl, Rom unverzüglich zu verlassen. Der Krieg wurde ihm nullvon neuem erklärt, und vom Consul Posthumius Albinus geführt.Aber die Ränke des Jugurtha, der durch leere Versprechungen vonUnterwerfung den siegreichen Albinus immer wieder aufzuhaltenwußte, machten, daß das Jahr zu Ende ging, ohne daß abermalsetwas entschieden wurde. Gleich nach der Abreise des Consuls warJugurtha sogar glücklich genug, dem Bruder desselben, Aulus Posthu-mius , eine völlige Niederlage zuzubereiten, ihn zu einem schimpf-lichen Frieden zu nöthigen und feine Armee unter dem Joche durch-gehen zu lassen. Dies war Ursache, daß der Senat den Friedenfür ungültig erklärte, und den berühmten Metellus nach Numidimschickte. Dieser besiegte nun den Jugurtha in einem Haupttreffen,und blieb allen seinen Bestecht,ngskünstcn unzugänglich- Schon aufdem Punkte, einen schimpflichen Frieden zu unterzeichnen und sichden Römern zu ergeben, änderte er plötzlich, aus Furcht, diese Möch-ten die von ihm begangenen Uebelthaten rächen, seinen Entschluß,und wollte noch einmal das Aeußerste wagen. Er sammelte daherseine letzten Kräfte, und wußte so geschickt zu operiren, daß Metcl-lus seinen Wunsch, den Krieg zu beendigen, unerfüllt sah. Mariushatte nämlich durch seine Ränke bewirkt, daß Metellus zurückberu-fen , und er selbst an dessen Stelle zum Feldherrn ernannt wurde.Aber noch vor des Marius Abreise von Rom wäre Jugurtha bei-nahe durch die Verrärheret des Bomilcar, eines seiner Bedienten,den Römern ausgeliefert worden. Nach einem neuen Siege, denMetellus über den Jugurtha erfocht, und welcher ihn fast nötigte,aus seinem Reiche zu entfliehen, faßte er den Entschluß, die Gatu-lier und den mauritanische» König Bacchus um Hülfe anzuflehen,Er erlangte sie auch wirklich, und wagte es nun, mit seiner neuenArmee sich im offenen Felde zu zeigen und die Wiedereroberung sei-nes Reichs zu versuchen. Unterdessen war Marius in Afrika ange-kommen, um den Metellus im Commando abzulösen. Nachdem erdie Stadt Eapsa und das feste Schloß Mulucha erobert harre, zoger sich an die Seeküste zurück, wurde aber unterwegs von dem ver-einigten Heere des Bacchus und Jugurtha angegriffen, und gene- >