Julianus Iülich 267
ai- auch Julian darauf bedacht war, die christliche Religion -auszurotten,igt ft wollte er doch zuvor den Krieg gegen die Perser beenden. Sei»
un erster Feldzug gegen dieselben fiel glücklich aus - er eroberte mehrere
tzte Städte und drang bis nach Ctcllphon vor. Mangel an Lebensmit-
5 teln zwang iyn jedoch, sich wieder zurückzuziehen. Hier ward er am
öl- rk. Jun. Z6Z gefährlich verwundet, und starb in der folgenden Rächt
m- im Zrsten Jahre seines Lebens. Man machte ihm folgende Grab-
-6i schrift: ,,Hier liegt Julian, welcher an den Ufern des Tigris sein
hlt Leben verlor. Er war ein vortrefflicher Regent und >nn tapferer
en- Krieger." Um ein möglichst vollendetes Bild dieses Kai fers zu ent-
kte werfen, ist es vielleicht nicht unzweckmäßig, anzuführen, daß er die
or- Enthaltsamkeit in der Liebe über alles schätzte. In seüaen Kriege»
mg gegen die Perser enthielt er sich, nach Alexanders des Großen Bei-ach spiele, gefangene Jungfrauen, deren Reize man ihm vr rher geschil-
>en dert hatte, vor sich erscheinen zu lasten. Uebrigens giebt es vielleicht
te, weder in der alten, »och in der neuen Geschichte einen Fürsten, über
er, welchen die Schriftsteller, je nachdem sie ihn aus dern einen oder
de> dem andern Gesichtspunkte betrachteten, verschiedener geurtheilt HLt-
stte ten: vielleicht kömmt das auch daher, weil allerdings in seinem
die Charakter eine Menge Widerspräche vereint zu seyn scheinen. Ei-
ge- nige glauben, er habe so viele böse und so viele gute iLigcnschafte»
iche besessen, daß es leicht sey, ihn zu tadeln und ihn zu loben, ohne
ei- die Wahrheit zu verletzen. Von der einen Seite unterrichtet, groß-
va- wüthig, mäßig, enthaltsam, rnnsichtig, gerecht, gnädig, menschlich;
>ie- von der andern leichtsinnig, unbeständig, sonderbar, fanatisch undhm abergläubisch bis zum höchsten Grade, ehrsüchtig, und voll Begierde,str- Plato, Marcus Aurelius und Alexander zu gleicher sjeit seyn zu
in- wollen, strebte er, durch ein falsches Urtheil geleitet, nur nach
ei- dem, was ihn vor allen andern bemerkbar machen konnte. Bon
ms seinen Werken sind auf uns gekommen: Mehrere Reden,
be- Briefe und Satyren, unter welchen letzter» sich die Sät e
eich aufdieCäsaren, und die Satyre auf die Einwohner von An->er- tiochien,- Misopogon betitelt, vorzüglich auszeichnen» Besonders
und wird die Satyrs auf die Cäsaren geschätzt, welche, bis auf einige
Be- unbedeutende Scherze, wahrhaften Werth hat. Ein britisches Ur-
nde theil über diejenigen, welche auf dem ersten Thron der Erde ge-
das festen haben, von einem strengen Philosophen gefällt, der selbst auf
rgte diesem Throne gesessen hat, muß in der That einen ganz eignen
ion, Reiz gewähren. Sein Misopogon verräth ebenfalls einen Schatz
chen von Witz und Saune. Julian spielt darin ten Autiochiern auf eine
ater harte Weise mit, spart aber von der andern Seite kein Lob, wen»
- sie von ihm selbst die Rede ist. Die verschiedenen Werke, wtlche uns
zu- von ihm übrig geblieben sind, beweisen, daß dieser Kaiser Talent,
die Geist, Lebhaftigkeit, Leichtigkeit im Bortrage und eine gewisse Frucht-en, barkeit besaß. Doch scheint er dem Geschmacke seines Jahrhunderts,
c i» in welchem eine bloße rhetorische Declamation die Stelle der Be-
hrer . redtsamkeit, Antithesen die Stelle der Gedanken, und Wortspieleden- ! die Stelle des Witzes vertreten mußten, zu sehr ergeben gewesenSo zu seyn. Er schrieb auch ein Werk gegen die christliche Re-ust- iigion, von dem uns' einige Fragmente erhalten worden sind,
nge- welche der Marquis d'Argens in die französische Sprache übersetzt hat.
ikok* Julianischer Calender, s. Kalender.
>rge- Iülich (franz. lluliers), an her Ruhr, ist befestigt, hat rg^r
nun ^ Einwohner, eine gute Citadelle, eine große Collegiatkirche, vor der