Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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268 , Jünger

Stadt aber eine refarmirte und eine lutherische Kirche. Währen»der Zeit des französischen Kaifttthums gehörte sie zum Roer-Depar-tement und ward zu einer wichtigen Festung gemacht. Ueber denbekannten j'i'lichsben Succeffions-Gtreit s. Berg.

Jünger, Johann Friedr., wurde am i 5 . Febr. 17^9 zu Leip-zig geboren, wo sein Barer Kaufmann war. Er genoß eine guteErziehung, widmete sich anfangs der Handelschaft, ftudirte abernachher die Rechte und schloß seine akademische Laufbahn mit ei-ner Lffentlühcn Disputation. In der Folge beschäfftigte er sichmehr mit den schönen Wissenschaften, wurde Hofmeister zweierPrinzen, blieb es aber nicht lange, sondern ging nach Weimar, w»er eine gera ume Zeit als Gelehrter privatisirte. Im 1 .1787 kamer nach Wiem, und wurde hier, nachdem er sich bereits als Schrift-steller im dramatischen Fache rühmlichst ausgezeichnet hatte, 1789als k. k. Hoftheaterdichter angestellt. Eins Veränderung, welchedieses Theater erlitt, zog 1794 seine Entlassung nach sich. Er pri-vatisi'rte nun wieder, arbeitete theils für das Theater, theils inandern Fächern der schönen Wissenschaften, und lebte von dem spar-samen Erwerbe, den er von seinen Schriften zog. Er hatte jetztzu wiederholten Malen Anfälle von tiefer Melancholie, die zunächstan stillen Wahnsinn gränzte, und welche theils von dem angestreng-ten Fleiße, mit welchem er sich seinen dürftigen Unterhalt verdie-nen mußte, ! theils von seiner durchaus einsiedlerischen Lebensartherrührte. cköo starb er am -- 5 . Febr. 1797 im neun und dreißig,sten Jahre sinncs Lebens, bedauert von allen, die seine Talenteund seine unerschütterliche Rechtschaffenhcit gekannt hatten. Einemerkwürdige Erscheinung in seinem Leben, die aber schon häufiggefunden wowden ist, muß es genannt werden, daß er gerade in dermelancholischen, hypochondrischen Periode bis helrerstcn Produktefeines Geistes geliefert hat. Er begannseineschriftstcllerischeLauf-bahü mit 'dem Romane, Huldreich Wurmsamen vonWurmfeld und endigte mit dem Romane Fritz, welcher letz-tere sich insl-esondere eines ausgebreiteten Publikums zu erfreuengehabt hat. Eine gewisse frische und leichte gefällige Erzählungmachen seine Romane zu einer angenehmen Lectüre, ob ihnen gleichdie eigentliche komische Kraft durchaus abgeht. Größer find Jün-gers Verdienste um die deutsche Bühne, in so fern nämlich seineStücke den mittelbaren Nutzen haben, daß sie dem Eindränge derRitter- und Familienstücke, so wie besonders'der sogenantcnSchau-spiele, einigermaßen gewehrt und, dadurch theils die Liebe des Pu-blikums für das Lustspiel erhalten, theils auch die Fähigkeit derSchauspieler für die leichte Darstellung nicht ganz haben unterge-hen lassen. Wiewol Jünger als Schauspieldichter durchaus keineeigentliche Erfindungsgabe besaß; so wußte er sich jedoch mit glück-licher Leichtigkeit und oft mit nicht geringem Erfolge ausländischerund einheimischer SüjctS zu bedienen und diese durch seine Bear-beitung zu seinem Eigenthume zu machen, und somit berechtigt ihnsein oft sehr glücklicher Witz, das Lustige seiner Intriguen, sei«leichter, natürlicher Dialog und seine Sprache der Konversation zueinem ehrenvollen Platze unter den deutschen Theater-Dichtern.Seine sämmtlichen Werke sind folgende: Huldreich Wurm-samen von Wurmfeld, ein komischer Roman, 3 Lhle.bis 1787. Der kleine Cäsar, ein komischer Roman, 1782.Aes Grafen von Moreland merkwürdige Geschick!-