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Fünfter Band. Von I bis L.
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und Vieharzneikuntze sehr nützliche Institut sich vorher befand. Erist geboren zu Grund imRaffauischen 1740. In seiner Jugend aufdem Wege Kohlenbrenner zu werden, ergriff er das Schneidervaud-werk, und nachdem er sich nebenher von höhern Dingen selbst be-lehrt , so trieb ihn sein lehrlustiger Sinn zu einer Schullehrer-stelle. Dieser Versuch mißlang und er kebrte zum Handwerk zu-rück , von dem er jedoch zu wiederholten Malen, weil jedermannleicht für ihn Zutrauen und Neigung faßte, abgerufen ward, umabermals eine Stelle als Hauslehrer anzunehmen. Shäter warer Arzt zu Elberseld. Den größten Theil seines merkwürdigen Le-bens hat er selbst, ohne dichterische Ausschmückung, in dem be-rühmten Buche: Heinrich Still ings Jugend, Jünqlings-jahre und Wanderschaft Berlin 1777 in ? Theilen, in einer neuenGestalt un ter dem Titel: Lebensbeschreibung. Berlin iZc>6, (wovonder erste Theil des Verfassers Jugend, der zweite seine Jünglings-jahre, der dritte seine Wanderschaft, der vierte fortsetzende Theilsein häusliches Leben enthält, und der fünfte den Titel Lehrjahreführt) auf eine Weise beschrieben, welche seinen gemüthlichen undfrommpoetischen Charakter ganz ausspricht. Er selbst erklärt dieseSchilderung vom Kleinsten bis zum Größten, vom Alltäglichstenbis zum Wunderbarsten für lautere, unverfälschte Wahrheit. Weitentfernt, sagt Matthison in seinen Briefen (Aürch 1796 i.Lhl.),ein zu Helles Licht über das Gemälde zu verbreiten, hat er viel-mehr manche», und gerade immer dasjenige, was seinem Geist undHerzen am meisten zur Ehre gereicht, in ei» zweifelhaftes Hell-dunkel gestellt. Auch hat er uns in demselben manches herrlicheVolkslied aufbewahrt, so wie er überhaupt die unverkennbareBestimmung zum 'Volksschriftsteller darin bewährte. Allem eineinseitiger Pietismus, zu welchem sein herrschendes Gefühl ihnführte, hat diese Einwirkung auf das deutsche Publikum sehr be-schränkt. Seine pietistischen Schriften sind sehrzahlreich. Vorzüglichbekannt ist sein Theobald, der Schwärmer; das Heimweh; derBolks-lehrer; der christliche Menschenfreund (in welchem er die sichtbare Zu-kunft Christi zwischen hier und i836 setzt); Taschenbuch fürFreundedes Christenthums und Sieg desselben; der graue Mann, (eine noch im-mer fortgehende Wochenschrift). Das meiste Aufsetzn und den größ-ten Widerspruch hat er durch die in gegenwärtiger Zeit seltsameErscheinung seiner Theorie der Geisterkunde (Nürnberg1808) und Apologie derselben (1809), welche sich an seine (schon180Z zu Frankfurt erschienene) Scene aus dem Geisterreiche an-schließt, erregt. Hier hat er seine Meinungen und Hypothesen vondein Verkehr der abgeschiedenen Geister mit Lebenden, gleich evi-denten Thatsachen, in systematischer Form vorgetragen. Uebriqenssind seine frommen Träume mit einem ehrwürdigen Charakter ver-bunden. Richt minder hat sich Jung vorzüglich in den Fächern derpractischen Raturwissenschast (z. B- Oekonomie, Bieharzneikunde),so wie in verschiedenen Theilen der Staatswiffenschaft (z. B. Na-tionalökonomie, Cameral- und Finanzwiffenschaft, als Docent, unddurch viele Schriften über dieselben (seit ungefähr 178^ verdientgemacht und die ausgebreitetsten Kenntnisse gezeigt. Endlich wirder als geschickter Operateur des Staars (er hat auch über diesenGegenstand einiges geschrieben) mit vielem Lobe genannt. Von sei-ner wohlthätigen Kunst sagt Matthison a. a. O.: Schonüber soo, großtentheils armen Blinden hat er das Gesicht mHr