282 Jupiter Jurisprudenz
ter vorstellen, haben sich verhältnismäßig nur wenig aus dem Al-terthum erhalten; und noch dazu gehört keine von ihnen zu denGtatüen vorn ersten Range, Desto schönere Vorstellungen findetman auf Gemmen, welche uns den König der Götter bald als Büste,bald in ganz ausgedrückter Figur, bald allein, bald mit andernFiguren gruppirt, in den verschiedenen Auftritten seiner Geschichtedarstellen. Das berühmte Wunderwerk Griechenlands, die Bild-säule des olympischen Jupiters von Phidias, ist zwar für uns ver-loren gegangen; aber höchst wahrscheinlich sind uns in den vielenvortrefflichen Jupiters-Köpfen suf Gemmen noch die Hauptzügedesselben übrig geblieben. Auf einer Gemme des Stoschischen Ca-binets bewundert man besonders den hohen, mit himmlischer Mildeg-paarten Ernst, der über sein ganzes Gesicht verbreitet ist, undden schönen, nicht, in krausen Locken der Jugend, sondern in densanften Schwingungen des reifen männlichen Alters herunterfallen-den Haarwuchs, der am treffendsten sich mit der Mähne des Lö-wen, des Königs der Thiere, vergleichen läßt. Auf einer andernGemme thront Jupiter als König des Himmels und der Erde, aufeinem Lehnstuhle. Mond und Sterne um ihn her, den Erdball inder Reckten, das Zepter in der Linken, und ein Diadem um seinHaupt bezeichnen ihn deutlich als den höchsten Herrscher. Der Un-tertheil des Leibes ist bekleidet; der Adler zu seinen Füßen blicktzu ihm hinauf, seine Befehle erwartend. Wenn Jupiter steht, soist er meistens ganz nackend, weil er dann im Handeln begriffenist, wobei ihm die Kleidung nur hinderlich seyn würde. Gewöhn-lich opferte man ihm Stiere und Adler; Eichen und Buchen wa-ren ihm beftnders heilig. Im zweiteryMonate jedes fünften Jahrswurden ihm die olympischen Spiele gefeiert. Außer der homeri-schen und orphischen Hymne auf den Jupiter, haben wir noch einevom Kallimachus und Kleanthesi Roch merken wir an, daß dieAlten mehrere Jupiter unterschieden. Barro giebt deren dreihun-dert und Cicero drei als die vornehmsten an: den Sohn des Ae-ther, den Sohn des Cötus und den Sohn des Saturn,. In demletzten wurden endlich die Geschichten aller Jupiter vereinigt.
Jupiter, s. Planeten.
Jura, ein großes Gebirge, ist die nördliche Fortsetzung deraus Savsyen emporsteigenden Alpen, und enthält da, wo die Rhonedas Gebirge durchbricht, den Ramen Jura. Aber auch durch dieniedrigern Berge des Eantons Waadt steht es mit den hohen bernerAlpen in Verbindung. Der Jura zieht sich in mehrcrn langgestreck-ten Reihen zwischen den Französischen- oder Schweizer-gränzen gegenNorden, theilt sich endlich im vormaligen französischen Canion desDbcrrhein, läuft mit dem östlichen Hauptarme durch den helvetische»Eanton Solothurn und endigt an der Ostseite des Frickrhals imCanton Argau am Rhein, wo dann auf der deutschen Seite derSchwurzwald eine Fortsetzung desselben ist. Der westliche Arm steigtdurch das Departement des Oberrhein weiter gegen Norden, trenntdieß dann von dem Departement des Wasgau (äes Vo-Zes) undfängt hier an, den Namen des voghesischen Gebirgs zu er-halten. Der Jura hat keinen immerwährenden Schnee, auch nichtdie auffallende zackige Figur der hohen Alpen. Einer der höchste»Gipfel, der Berg Recület, erhebt sich 882 Torfen, und die Dole,westlich von Nion, 846 Lotsen über die Fläche des mittelländ. Meers.
Jurisprudenz, s. Rechtswissenschaft.