Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Kalif 299

den unterjochten Christen überall zum Muster gedient hat, undauf deren Beobachtung der'gerechte Kalif pünktlich hielt. Eben soglücklich war ein andrer Feldherr, Amru, inAcgypten, das in zweiJahren (bis 640) dem Kalifat unterworfen wurde. (Von der Ver-brennung der Bibliothek zu Alexandrien s. den Art. arabische Kunstund Literatur.) Omar ward zuerst Emir al Mumcnin (Fürstder Rechtgläubigen) genannt, ein Titel, der auf alle folgende Ka-lifen forterbte, und von den unkundigen Franken in Miramolinverdreht wurde. Nach Omars Ermordung durch einen rachsüchtigenSklaven (645 H. 2Z) erwählte ein Rath von einigen Männern,den er auf dem Todbette dazu ernannte, mit abermaliger Ueber-gehung des Ali, den Osman oder Othman, Eidam des Prophe-ten durch zwei Töchter desselben. Unter ihm gelangte das Reichder Araber schnell zu einer bewundernswürdigen Größe. Währendsie im Osten den Islam mit Kriegsgewalt nach Pcrsien brachten,drangen sie in Africa längs der Rordküste bis nach Ceuta vor.Luch Cypern (647) und Rhodus (6S4) wurden Erobert, jenes aberschon nach zwei Jahren wieder verloren. So mußte auch Alexan-drien und ganz Aegypten über die Griechen, die mit Hülfe derEingebornen wieder sich dort festgesetzt, zum zweitenmale, nichtohne Schwierigkeit, erobert werden. Solche Unfälle begaben sichdurch die Maßregeln Othmans, der, dem treflichen Omar an Weis-heit weit nachstehend, nicht den Tüchtigsten, sondern seinen Günst-lingen die Provinzen vertraute. Die Unzufriedenheit mit ihmbrach (654 H. Z4) in einen allgemeinen Aufstand aus, der mit sei-ner Ermordung endigte. Ali, gleichfalls Eidam des Prophetendurch Fatimen, ward durch die Wahl des Volks von Medina dervierte Kalif, und wird für den ersten rechtmäßigen gehalten voneiner zahlreichen Sekte der Moharnedaner, die ihm und seinemSohne Hossein fast gleiche Ehre mit dem Propheten erweist. DiePerser sind jetzt dieses Glaubens'; daher dex Haß der Türken ge-gen sie. Ali selbst hatte, anstatt die Eroberungen seiner Vorfahrenfortsetzen zu können, stets mit innern Feinden zu kämpfen. Richt"ur gehässig war ihm Ajedscha, des Propheten Wittwe, genanntMutter der Gläubigen, es nahmen Tellah, Aobcir und be-sonders der mächtige Moawijah, Statthalter von Syrien, selbstdie Regierung in Anspruch. Alle diese wußten den Verdacht zu er-regen und zu verbreiten, daß Ali die Ermordung Osmans veran-staltet. Vergebens suchte Ali seine Widersacher durch Besetzung derStatthalterschaften mit seinen Freunden zu entkräften; die neueirStatthalter wurden nirgends angenommen. Die Mißvergnügtenbrachten ein Heer zusammen und Baffora. in ihre Gewalt. Alischlug sie, wobei Tellah und Aobeir blieben, aber den Moawijahund seinen Freund Amru konnte er nicht hindern, in Syrien, Ae-ghvten, und selbst in einem Theile von Arabien sich auszubreitenund zu behaupten. Drei Männer von der Secte der Kharegitenmachten den Anschlag, zur Herstellung der Eintracht unter den Gläu-bigen, jeder eins der drei Häupter der Factionen, Ali, Moawijah"»d Amru, zu tödten; doch nur das Unternehmen auf Ali gelang.Er fiel 66» H. 40. Ali war nicht ohne wissenschaftliche Bildung.Die bekannten Sittensprüche und das sogenannte Giafa sindunter seinen Werken am berühmtesten. Sein Sohn, der sanftefriedliche Hassan, hatte keine Lust, das ihm übertragene Kali-fat gegen,den unermüdlichen Widersacher Moawijah zu vertheidi-