Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Zlo Kälte

find den Wirkungen der Wärme entgegengesetzt. Diese dehnt dieKörper aus und setzt sie, auf einen gewissen Grad gebracht, in denAustand der Flüssigkeit, oder trennt den Zusammenhang ihrer Thei-le; die Kälte hingegen bewirkt Ausanunenziehung des Volumens undverwandelt flüssige Körper in feste Massen. Die Dämpfe werdendurch die Kälte verdichtet; die Gasartcn hingegen werden zwarebenfalls in einen engern Raum zusammengedrängt, verlieren abernie ihre elastische Form Bon der Kälte der Atmosphäre ist noch zsbemerken, daß sie nicht in allen Ländern, die unter einerlei Breiteliegen und also den Sonnenstrahlen in ganz gleichem Maße ausge-setzt sind, von gleicher Stärke ist. Im Allgemeinen ist ein Lrtdesto kälter, je höher er über der Meeresfläche liegt; daher die ho-hen Gebirgsgipfel in Peru, selbst unter der Linie, mit ewigemSchnee bedeckt bleiben. Diese Erscheinung erklärte man ehemals,und uns dünkt mit Recht, daraus, daß in niedrigen Gegenden dasZurückprallen der Sonne lockere, also auch wärmende Luft verur-sache , und daß die dichte Luft auf hohen Gebirgen, eben weil siedurch jenes Zurückprallen nicht locker gemacht werden kann, auseben demselben Grunde kalt bleiben müsse. Jetzt will man aberbeobachtet haben, daß die Einwirkung der Sonnenstrahlen auf dieLust nicht allein, wie so eben bemerkt ist, von der Dichtigkeit der-selben abhängt; sondern daß die Wärme vielmehr von der Ratur derLuftschichten, so wie'von der Menge der Feuermaterie, welche inderselben enthüllen ist, abhängt. Künstliche Kälte heißt vor-nehmlich derjenige Grad der Wärmk, welcher durch Auflösung oderVermischung gewisser Substanzen, imglejchen durch Ausdünstunghervorgebracht ist. Wenn man Kochsalz, Salpeter, oder Salmiakin einer hinreichenden Menge Wasser auflöset; so wird das Gemischwährend der Auflösung merklich kälter, und ein hineingefttztes Ther-mometer sinkt bis zum Gefrierpunkt« herab, wenn das Wassernämlich vorher bereits gefroren war. Die Auflösung selbst aber ge-friert nicht, wenn gleich die Temperatur derselben unter dem Ge-frierpunkte steht; fest man aber ein Gesäß mit reinem, kaltenWasser hinein, so gefriert dasselbe leicht. Ist das Salz in dieserMasse völlig aufgelöset; so verliert sich die Kälte wieder. Fügt mannoch Schnee oder geschabtes Eis zu jener Mischung; so kann darin, selbstim Sommer und sogar über dem Feuer, reines Wasser in Eis ver-wandelt werden. Man erklärt dieß folgendermaßen: Jede Auflösungentbindet den in den Körpern enthaltenen Wärmestoff und macht ihnfrei. Da nun die Materie, eben durch diese Auflösung, keine Wär-me mehr in sich faßt; so ist sie auch an sich selbst so kalt, daß steden, sie berührenden Gegenstand in Eis verwandeln kann. Nachgleichen Grundsätzen kann auch durch Ausdünstung (der Zustand,'w°die tropfbare Flüssigkeit in Dampf übergeht, also wo sich die Flüs-sigkeit in Auflösung versetzt) künstliche Kälte hervorgebracht werden.Auf diese Weise kühlt man die Zimmer durch Besprengen mit kal-tem Wasser ab, so wie auch nach diesem Grundsätze zu Benarcs,Ealcutta und andern Orten in Ostindien Eis zubereitet wird. Auchdie mechanische Ausdehnung der zusammengepreßten Luft wird alsein Mittel zur Erzeugung einer künstlichen Kalte betrachtet. Wennman nämlich aus den Hähnen der hierzu tauglichen Maschinen, wwelchen die Luft sehr stark zusammengedrückt ist, worin sich ab»zugleich etwas Wasser befinden muß, diese Luft entweichen läßt; soreißt sie mit einem lauten Geräusche etwas Wasser mit sich heraus