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Fünfter Band. Von I bis L.
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Kamtschatka ZiZ

wäre nöthig, statt der Soldaten und Zuchtmeister eine Colsnie vonAckerleuten hinzusenden, und nicht ferner, wie bisher, Kamtschatkaals ein Vctany-Bay für Officiere von übler Aufführung anzusehen.Kamtschatka wird der Länge nach von einer Gebirgskette durch-schnitten, von der rechts und links kleine Flüsse dem kamtschatkischenund ochotzkischen Meere zulaufen, und die an der südlichen Spitzedas Vorgebirge Loxatka bildet. Sie enthält Kupfer- und Eisen-bergwerke und mehrere Vulkane. Die Bevölkerung von Kamtschatkaist außerordentlich gering; die Zahl der Eingebornen, ohne die Rus-sen, belauft sich jetzt nicht weit über 1000 Köpfe. Vor 100 Jahrenwar sie vielleicht zwanzig bis dreißigmal so groß. Ursachen dieserEntvölkerung find die mörderischen Kämpfe bei verschiednen zur Be-freiung vom russischen Joch gemachten Versuchen, die verheerendenKinderblattern, der unmenschliche Druck der Russen, und die unna-türliche Gewohnheit der heidnischen Kamtschadalinnen, die Leibes-früchte abzutreiben. Die Kamtschadalen, ein häßliches Mongolen-geschlecht, nennen sich selbst Jtelmen. Sie find gutmüthig undgastfrei, aber voll der gröbsten Sinnlichkeit, welche ihre Gefräßig,keit und ihre unkeuschen Lanze sattsam beurkunden. Am widrigstenmacht sie ihre Unreinlichkeit. Jedes kamtschadalische Dorf (Ostro-schok) wird von einer Familie bewohnt, und besteht aus mehrcrnBalaganen oder Sommerwohnungen, die auf Pfählen erbautsind, so daß man auf gekerbten Baumstämmen hinansteigt. ImWinter kriechen die Bewohner von etwa sechs Balaganen zusammenin eine Jurte oder Winterwohnung, eine fünf Fuß tiefe, durchein rings verschlossenes kegelförmiges Dach bedeckte Grube, inwelche man nicht anders kommen kann, als indem man äußerlicham Dache, das auf dem Rande der Grube aufsteht, hinauf, unddurch den im Gipfel angebrachten Schornstein, mitten im aufstei-genden Rauch, hinabsteigt. Die kamtschadalische Kleidung bestehtaus Rennthicr- oder Hundcfellen, hat aber jetzt viel Russisches an-genommen. Die Kamtschadalinnen sind mit der häuslichen Arbeitganz allein belastet, während der Mann faullenzt, wenn ihn nichtdie Nothwendigkeit treibt, zu jagen und zu fischen, die Geräthschaf-ten für beides zu verfertigen, Schlitten oder Häuser zu bauen. DieZagd geht auf Pelzthiere, Rennthiere, Wallfische und Seehunde.Ackerbau wird nur von den Russen etwas getrieben. Die Haupt-nahrung der Kamtschadalen besteht in Fischen, mit Wallfisch - undSeehundsfett zugerichtet, und einer Art Nudeln aus zarter Birken-rinde bereitet; ihr liebstes Getränk ist Birkensaft. Las wichtigsteund unentbehrlichste Hausthier ist dem Kamtschadalen der Hund.Nicht nur giebt er, gestorben, ihm seine Kleidung, sondern er istsein Zugvieh. Die Hunde werden zu diesem Zweck castrirt und vierbis acht vor einen kleinen Schlitten gespannt, der 16 Pfund schwerist, und Einen Menschen tragt. Mit diesem legen sie jede Stunde^st eine deutsche Meile zurück. Der größte Vortheil ist, daß diesesGespann nur im Winter Futter verlangt; denn im Sommer läßtman die Hunde frei laufen, und sie finden ihren Unterhalt durch diezahlreichen Fische, die Flüsse und Meer auswerfen. Zahme Rcnn-lhicre hält der Kamtschadale gar nicht, wiewol es alle benachbartenVölker thun. Die Religion der Kamtschadalen war und ist noch beiden Wenigen, die das Christenthum nicht angenommen haben, dieschamanische. Aber auch die christlichen haben sich ihre Zaubereroder Schamanen (s. d. Art.) nicht nehmen lassen. Indeß findet