ZI4 Kamtschatka Kanonen
man doch bei ihnen bewundernswürdige, auf eine uralte Tradition w nunverkennbar hindeutende Religionsideen. Sie glauben einen all-mächtigen Gott, Schöpfer der Welt, Kutka genannt, verehren Huntihn aber nicht, weil die unzähligen schamanischcn Fetische sie nicht ausdazukommen lassen. Sie glauben die Unsterblichkeit der Seele, die haßsie jedem, auch dem unbedeutendsten Thierchen, zuschreiben. Auchvon einer vor Alters über die Erde verbreiteten allgemeinen Ueber- „g.
schwcmmung, aus der nur ein Paar Menschen sich .gerettet, erzih- studi
len sie. Solche Gedanken sind bei so rohen verwilderten Mensche» <,lü
klare Beweise einer reinern edlern Religion, die vielleicht, ehe die ig«.
Nation aus bessern Klimaten verdrängt wurde, ihr Eigenthum ge- her
Wesen, und auf welche Verwilderung und kindische Furchtsamkeit, zgx
die Tochter der Unwissenheit den Schamanismus pfropften. L, MKanonen sollen ihren Namen von dem französischen Worte Me,«nrlno (Rohr) erhalten haben. Die ersten waren von vielfach zu- folasammengelegter und mit eisernen Reifen wohl befestigter Leinwand, sichdie sich in Form eines Kegels nach vorn zu erweiterte. Nachher er- tigzhielten sie die Cylinder- oder Walzenfoym. Dann sehte man die Fr.
Kanonen aus eisernen Stäben zusammen und befestigte sie mit ei- „z,
fernen Reifen, wie etwa ein Böttiger die Dauben zusammensetzt aus
und mit Reifen befestigt. Endlich verwarf man auch das Eisen und (ich
bediente sich statt dessen einer Mischung von Kupfer und Ainn. Ei- die
nige Schriftsteller machen die Chinesen zu Erfindern der Kanone» hch
und sagen, daß man noch jetzt Geschütze in China finde, die achtzig siw
Jahre nach Christi Geburt verfertigt worden wären. Bon den Chi- gen
nesen sollen dann die Saracenen diese Kunst erlernt und ein Ueber- ga»
läufer derselben, Kallinikus aus Heliopvlis in Phönicien, sir K70 hat
(676) dem griechischen Kaiser, Constantinus Pogonatus, bekannt «a
gemacht haben. Nach andern soll Albert der Große, Btschcff z» , untRegensburg (st 1280), dann auch ein Deutscher, den einige Con- ! Mstantin Ancklitzen, andere Barthold Schwarz nennen, die Kanone» ! Auerfunden haben. Bon lehterm weiß man weder die Zeit, wann, und
noch den Ort, wo er gelebt hat, bestimmt anzugeben, ja, einige >halten diesen Schwarz gar für eine erdichtete Person. Bald soll er lzur Zeit Albert des Großen, bald zu Anfange, bald in der zweiten ^ jh,-Hälfte des iqten Jahrhunderts gelebt haben. Die gewöhnliche Sage jn
meldet, Schwarz habe sich eben mit chemischen Versuchen beschafftigt, sch<
als ein Stein, den er auf einen mit Schwefel, Salpeter und Koh- Hi
lenstaub angefüllten Mörser gedeckt, durch einen in diesen gefahre- > dj«nen Funken mit großer Heftigkeit in die Luft geschleudert und er dm
selbst dadurch sowol zur Erfindung des Pulvers, als auch des gro- Ge
den Geschützes, veranlaßt worden sey. Im I. iZ^g sollen die söge- au,
nannten Bombarden, oder Donnerbüchseu, bereits im Gebrauche ge- Un-wesen seyn. Aus allen diesen widersprechenden Nachrichten erhellt gcs
so viel, daß die wahre Zeit der Erfindung der Kanonen bisher noch de,
nicht hat ausgemittclt werden können. So viel ist gewiß, daß der de>
wirkliche Gebrauch derselben ungefähr in die Mitte des >4ten Jahr- hej
Hunderts fällt. Im I. 1Z70 schössen die Augsburger bereits aui ha
gegossenen metallenen Kanonen. Die ledernen Kanonen, sta
welche die Schweden im dreißigjährigen Kriege zwischen 1620 und sch
16Z2 erfanden, waren von starkem, zusammengerollten und fest zu- la>
sammengenähcten Leder, das inwendig mit einer hölzernen oder G
auch kupfernen Röhre gefüttert, und von außen mit eisernen Rin- Al
gen befestigt war. Die Kunst, nüt glühenden Kohlen aus Kanonen fü