Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Zsr Kanzlei-Styl Karlstadt

schen, bei allen Abänderungen im Einzelnen, hinter der Prosa des tu»

gemeinen Lebens zurück ist, so daß derselbe mit dem unverständliche» Bei

Lallen des Kindes verglichen werden könnte, dessen sich der Mann, Kle

ohne kindisch zu scheinen, nicht bedienen darf. Diese Erscheinung deß

aber, welche der seltsamste Kontrast der höchsten Bildung und Miß- sich

dildung unter einem Volke aufstellt, ist aus der übertriebenen trü

Anhänglichkeit der Deutschen, namentlich ihrer Regierungen, an dein kir,

Hergebrachten, vorzüglich in öffentlichen Formen, zu er- mit

klären, und die Gewandtheit, Kürze und zweckmäßige Präcision der und

uns hierin ganz entgegengesetzten Franzosen, übertrifft uns in dem ruu

öffentlichen Geschäfftsstyl, wenn nicht überhaupt in dem Geschäffts- tigi

styl, wert. Vergebens haben unsere Schriftsteller über den ßie- kun

schäfftsstyl diesen Gebrechen entgegen -zu arbeiten gesucht; eine Re- bei

sormation kann hier nur allmählig entstehen, und von oben aui- geb

gehen. Unter den Schriften über den,Kanzleistyl sind vorzüglich- den

Wischofss Lehrbuch des deutschen Kanzleistyls (Heimst. 1795,- die

Thle., noch nicht ganz vollendet); Link neuer Katechismus des her

Kanzleistyls (Koburg >798); von Bresen Versuch einer systeme- tre

tischen Entwickelung der Lehre von den Staatsschriften rc. (Erlas- sich

gen igoo—Igor, in 2 Bdn.) und einige andre seiner Schriften. lichKapudan-Pascha heißt bei den Türken der Großadmiral du-der Flotte. Er ist ein Mitglied des Divans und bekleidet sei« zu,

Stelle gewöhnlich nur ein Jahr. Die Hauptpflicht, welche ihm stü

obliegt, besteht darin , daß er im Sommer mit einem Theile der seiltürkischen Flotte nach dem Archipel segeln muß, theils um dieselbe imim Seedienste zu üben, theils, um die Abgaben aüs den dortige» gai

Provinzen einzutreiben. Er führt zwei oder drei Scoßschweife. ge,

Karat, ein kleines Gewicht, dessen sich die Münzmeister und lär

Wardeine bei Bestimmung des innern Gehalts oder der Feinheit tut

des Goldes, so wie die Juweliere bei Abwägung und SchätzmS der

der Perlen, Diamanten und anderer Edelsteine bedienen. Eine pfe

Mark enthält 24 Karat, ein Karat 12 (bei Edelgesteinen aber dai

nur 4.) Gran lind ein Gran 3 Grän. Bei Abwägung des Goldes Ki

verfährt man, in Betreff der Berechnung nach Gran, folgender»»- Be

ßen. Man nimmt an, daß der Gegenstand von Gold, den man lai

nun eben abwägen will, in vier und zwanzig Theile, welche man ker

Karat nennt, getheilt ist. Enthält dieser Gegenstand nun gar dig

keinen Zusatz von einem ander» Metalle, das heißt, ist er ganz ihr

reines Gold, so sagt man, es sey vierundzwanzig - karatiges Gold. ha!

Finden sich aber z.B. in dem zu wägenden Gegenstände nur zwan- der

zig Karat reines Gold, und sind die übrigen vier Karat fremd- 111,

artiger Zusatz; so sagt man, es sey zwanzig-karatiges Gold, rc. »erKarlstadt, eigentlich Andreas Bodenstein und nur au

nach seinem Geburtsorte Karlstadt in Franken so genannt, ist m ftl

der Geschichte dar Reformation durch seine Hitze und Schwärmerei, so»

wie durch sein Unglück merkwürdig geworden. Als Archidiaconus, che

Canonicus und Professor der Theologie zu Wittenberg wurde er Hi

schon durch sein Ansehn und seine Gelehrsamkeit eine bedeutende stä

Stütze Luthers bei seinen ersten Schritten zur -Deformation. DaS dig

berühmte Religionsgesprach , das er zur Vertheidigung der streng- hie

augustinischen Lehre von der Gnade (s. d. Art. Gnade) i 5 >g >»» sta

Dr. Eck zn Leipzig hielt, seine Streitschriften gegen diesen und all

den Papst, der ihn 1520 in der Verdammungsdulle gegen Luther» unausdrücklich als dessen Anhänger bezeichnete, seine kühne Appells- ^ me